Year Of No Light / Consolamentum

Year Of No Light – die französische Doom-Institution – feiern dieses Jahr ihr 20-jähriges Bandjubiläum und veröffentlichen neben einem brandneuen Album namens ‚Consolamentum‘ auch ihre gesamte Diskographie über Pelagic Records. Bleiben wir beim neuen Werk:
Mit Consolamentum überschreitet die Avantgarde-Metal-Band weiterhin die Grenzen – und ihre Besessenheit vom Sündenfall und der Erlösung durch die Dunkelheit setzt sich auch hier fort. Der Begriff „consolamentum“ bezeichnet übrigens ein strenges Initiationsritual der Katharischen Kirche, das im 12.-14. Jahrhundert in Südeuropa aufblühte.
YONL machen daraus eine Platte, deren Tracks stets ins Epische gleiten.

Der Opener Objuration mäandert doomartig vor sich hin, schiere Überwältigung durch ewige Wiederholung – klingt großartig und zeitlos schön. Apropos Schönheit, Alétheia – ein mit 7 Minuten etwas „kürzerer“ Track – präsentiert viele Details. Erhabene Melodien mit fast ätherischen Gitarren verschmelzen perfekt mit schweren stampfenden Rhythmen. 3 Gitarren, 2 Drums – hier geht es dann voll zur Sache, ein mitreißender Mahlstrom!
Réalgar dann übertrifft die anderen Tracks noch. Der Einsatz von subtilen Effekten, flächendecken Synths, die Shoegaze-Melodien, die im Verlauf mit brachialer Härte kombiniert werden: einfach gewaltig. Eine in Teilen durchaus anstrengende Platte, die auf Überwältigung ausgelegt ist. Es lohnt sich!

Martin 4/5 P.