The Dead Daisies / Holy Ground

Das klingt so gar nicht nach nach TDD. Der Grund dafür ist simpel: John Corabi und Marco Mendoza, der charismatische Bassist, verließen TDD. An ihre Stelle trat ein besonderer Musiker: Glenn Hughes. Ständige Fluktuation ist ja eh das Markenzeichen der Daisies. 

Holst du Mr. Glenn Hughes in deine Band (und David Lowy weiß ja, was er tut!), veränderst du die Statik auf meist auffällige Weise. Glenn Hughes ist ja eine lebende Legende, seit er Mitte der 70er bei Deep Purple einstieg; präsent seitdem auf den großen Hardrockbühnen, mit allen Wassern gewaschen. Er hat eine der großartigsten, unverwechselbarsten Stimmen im ganzen Rockmetier. Er spielt Bass wie ein junger Gott und er ist ein echter Rockstar. Was er drauf hat, bewies er ja auf den drei Black Country Communion-Alben. Dieses Album hier ist von der gleichen Qualität! 

Allein schon der heavy Groove des Eröffnungssongs „Holy Ground (Shake The Memory)“ ist erstaunlich. Schlagzeuger Deen Castronovo (er ist inzwischen auch nicht mehr dabei)  ist in brillanter Form, Doug Aldrich brilliert direkt, und dann ist da noch Hughes. Er singt, schreit, spielt die unglaublichsten Basslines, als wäre er in den Jungbrunnen gestürzt. Eingängiger Chorus, der Text eher mystisch, geiler Song. 

Die anderen 10 sind aber nicht schlechter. „Like No Other (Bassline)“ steht ganz im Zeichen von Hughes, mit verzerrtem fiesem Bass-Solo, dies ist die perfekte Glenn-Hughes-Show), und sie fängt da gerade erst an. 

Es ist auffällig, wie modern das alles auf einmal klingt. Dies ist kein vorhersehbarer „Classic Rock“, den Lowy zuvor so gern spielte, dies ist eine Band, die was zu melden hat, und die es uns zeigen will. „Come Alive“ mit seinem abgehackten Riff ist hier ein Paradebeispiel und „Bustle And Flow“ unterstreicht, dass sie diesmal viel in heavy Sounds investiert haben. 

In der Tat ist dies eine Platte, die durch ihren Groove lebt. Mit Hughes sind auch die Partysongs Geschichte, es gibt eine andere Sichtweise in den Lyrics – aber vielleicht ist das ja auch den bleiernen Zeiten geschuldet? 

Traditionell gibt es ein Coverstück. Diesmal haben sie sich für Humble Pies „30 Days In The Hole“ entschieden, und das macht aber nun wirklich viel Spaß. „Righteous Days“ klingt grad so als ob es von einem der oben genannten BCC-Alben sein könnte.  Das letzte Stück, „Far Away“, ist dann wirklich interessant- TDD goes Prog? Nein, so arg ist es nicht, aber ein ganz tolles 7minütiges Epos, etwas an die ganz alten Whitesnake erinnernd, mit einem Touch Porcupine Tree – mit einem megageilen Aldrich-Solo  –  brilliant!