THE ALLIGATOR WINE / DEMONS OF THE MIND (Century Media)

Retro Rock ohne Gitarren, dafür mit viel Orgel und Effekten – das sind Alligator Wine, ein Duo aus dem Schwarzwald, das kräftig für Furore sorgt mit seinem LP-Erstling.
Die Songs zünden, und das liegt nicht nur an cleveren Arrangements, sondern auch an der absolut geilen Stimme von Rob Vitacca (der früher  Sänger von Lacrimas Profundere war).

So z.B. in „The Flying Carousel“, wo die Band um Retro-Orgelsynths und E-Bass eine groovige und leicht düstere Klanglandschaft baut – nicht nur hier ist klar, dass man für diese Musik und diese Atmosphäre gar keine  Gitarrenriffs benötigt!

„Lorane“ mäandert gar etwas in den Trip-Hop – voller eindringlicher atmosphärisch klagender Synthesizer, wilden Orgenläufen, gedämpfte Drums; man denkt vielleicht an Massive Attack…. grandios!

Ähnlich dramatisch geil: „Sweetheart on Fire“ am Ende – beginnt mit bedrohlichen E-Pianoklängen, und sukzessive schleichen sich die Percussions und Drums von Thomas Teufel rein, der weiß, wie man einen Song dramatisch aufbaut.

Trotz des Mangels an Gitarren ist es großartig, wie The Alligator Wine aus Retro-Geräten und Instrumenten einen Sound erschaffen, der tief im 60ies und 70ies Psychedelic und Blues-Rock wurzelt. Tolles Album!!!

4/5 P.

Martin