HORISONT / Sudden Death (Century Media)

Die schwedischen Classic Rock-Pioniere Horisont sind mit ihrem sechsten Studioalbum Sudden Death zurück. Über 10 Jahre haben sie sich eine beachtliche Fangemeinde aufgebaut, mit ihrer vielseitigen Mischung aus diversen (Hard-)Rockstilen und Einflüssen, die sie unverwechselbar machen. Der Sound diesmal: unverkennbar Retro, gleichzeitig überbordend vielseitig, wie gleich im Opener „Revolution“, in dem wir mit hämmernden Supertramp-Piano und klassischen 70s Vokalharmonien begrüßt werden. Jeff Lynne hätte seine echte Freude an diesem Track – könnte auch von E.L.O. sein! „Free Riding“ beginnt wieder mit Piano, diesmal Richtung E-Street-Band, um gleich darauf in Journey-Gefilde mit einem Schuss Uriah Heep abzuheben. Das kann Horisont mindestens genau so gut wie das Night Flight Orchestra! Keine Ahnung, wieso gerade die Schweden-Bands diese Vorliebe für den Endsiebziger/Anfangachtziger A.O.R.-Sound haben, aber sie kopieren ihn perfekt! Genau wie „Pushin The Line“, schaut euch das Video an, und schwelgt in diesen perfekten Harmonien – während ich mich mal wieder wundere, was für ein toller Sänger Axel Söderberg doch ist!

Es gibt also eine Menge Killer-Melodien und großartige Hooks en masse. Und sogar eine kleine achtminütige Progrock-artige Rockoper ist im Angebot mit „Archaeopteryx in flight“ – entrückte 70er Synths treffen auf überraschende Breaks und immer wieder tolle Melodien wie aus einem französischen Krimi der 80er Jahre. Abgefahren!

Ergo: Fantastisches Songwriting, ein sehr organischer warmer Sound, großartige Arrangements – alles auf höchstem Niveau. Horisont hat sich wirklich selbst übertroffen. Reine unverfälschte Freude von Anfang bis Ende!

5/5 P.

Martin