ABC-KLASSIKER DES METAL / Y / Y AND T / Down for the count (1985)

YESTERDAY & TODAY. Bevor die gewaltige Welle des Poser-Metals Kalifornien und schließlich die kompletten USA überrollte gab es Y&T bereits und ursprünglich war die Band um Dave Meniketti eher dem Bluesrock mit harter Nuance verhaftet und man veröffentlichte Alben wie „Mean Streak“ und „Black Tiger“. Mit „In Rock we trust“ änderte sich der musikalische Style leicht mit eingängigeren und radiotauglichen Hooklines, aber vor allem das Outfit änderte sich allmählich und man kleidete sich gemäß dem Zeitgeist des Glams mit bunten Tüchern und einfach farbenfroher. Fans der ersten Stunde mag das möglicherweise ein Dorn im Auge gewesen sein, doch der neue Hang zur Kommerzialität ist natürlich nachvollziehbar, zumal es Y&T gelang, ihrem eigenen Stil treu zu bleiben und darüber hinaus mehr Frische in die Songs einfließen zu lassen. Und somit erschufen sie auf „Down for the count“ Rocksongs mit eingängigen Hooklines und Refrains, mehrstimmige Backings a la Beach Boys, ohne es dabei an Power fehlen zu lassen, denn die Produktion klang bei Weitem nicht so glatt gebügelt wie bei anderen Bands. „In the name of Rock’n’Roll“, der Partyhit „Anytime at all“ oder die Rocknummer „Anything for money“. Die Band überzeugt mit kurzweiligen Tracks, Spielwitz und Frische … und by the way … ich mag den Drumstil von Leonard Haze.

Über die Kenny Logings-Coverversion von „Your Mama don’t dance“ kann man sicher streiten, aber mit „Summertime Girls“ ist den Mannen um Meniketti immerhin ein fluffiger Sommer- und Strandhit gelungen, der dann auch bei der David Hasselhoff-Serie „Baywatch“ gespielt wurde. Alte Y&T-Fans haben sich bei desem Kommerz sicher die Haare gerauft, aber was soll’s. Mir gefällt’s … und warum? Weil das ganze Album mit dem kalifornischen Sommer-Touch einfach gute Laune verbreitet. Außerdem musste man David Lee Roth, Vince Neill und Stephan Pearcy in Sachen Frauenmagnetismus etwas entgegensetzen. Also Deckel drauf, geiles Album!

5/5

Dennis

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