ABC-KLASSIKER DES METAL / W / WARRANT / DOG EAT DOG (1992)

1992 war bedauerlicherweise das letzte erfolgreiche Jahr des Glam Hard Rocks, bis der Grunge, die Holzfällerhemden und Fellmützenhoschis die Rockszene übernahmen und MTV aufhörte, den Poser-Rock zu spielen. Und somit verschwanden Mötley Crüe, Ratt, Firehouse, Warrant etc. (vorerst) von der Bildfläche.

Warrant enterten Ende der 80er die Glamwelt mit ihrem Debütalbum „Dirty rotten filthy stinking rich“, rund produziert von Beau Hill, und legten mit „Cherry pie“ noch einen Meilenstein hinterher, ebenfalls von Beau Hill (u.a. RATT) produziert. Beide Alben waren äußerst erfolgreich, „Dog eat dog“ nicht mehr so ganz, da es 1992 nicht mehr so richtig dem Zeitgeist entsprach und Grunge dank MTV und Co – wie gesagt – bedauerlicherweise zum neuen Mainstream wurde. Dennoch ist dieses Album das wohl beste dieser Band. Warum? Weil sie a) alles selbst gemacht haben , b) sie einen härteren Sound mit Produzent Michael Wagener gefahren haben und dem Mainstream leicht abgeschworen hatten, ohne dabei auf Hitqualitäten des genialen Songschreibers und Sängers Jani Lane zu verzichten.

Der Drumsound ist besser, insbesondere der Sound der Hi Hat, die Gitarren sind wuchtiger und insgesamt alles ist etwas roher. Michael Wagener hat sich mit dieser Produktion auch selbst übertroffen. Während die Vorgänger Doppelplatin erreichten, schaffte es „Dog eat dog“ immerhin noch zum Goldstatus in den USA.

Es beginnt wuchtig mit „Machine Gun“ und „The hole in my wall“, aber auch Balladen wie „Andy Warhol was right“ durften nicht fehlen. Ein absolutes Highlight stellt dann „The bitter pill“ mit den deutschen Vocals im Kanon dar. Grandios !!! Absolut geil! „Hollywood“ erinnert danach zwar an Jane’s Addiction, aber werten wir das einfach mal als Hommage. Mit „Bridges are burning“ und „Inside out“ liefern Warrant dann noch mal absolute Kracher ab, ganz nach dem Motto „Zicke zacke zicke zacke heu heu heu“ (Warrant liebten die alten deutschen Gebräuche 🙂 )

Boah, was für ein Brett und was für ein Abschluss des guten alten 80er-Poser-Metals. Geile Riffs, geile Gitarrensoli, Innovation und Power. „Dog eat dog“ ist eines meiner absoluten All-time-Faves und überzeugt durch grandioses Songwriting, eingängige Hooks, Witz im Detail und … wie gesagt … absolute Power. Ein absolutes Muss für jeden Poser, Rocker und Freund guter Mucke.

Jani Lane … Rock in peace !!!

5/5

Dennis

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