ABC-KLASSIKER DES METAL / V / VAN HALEN / 1984 (1984)

Wer die Qual hat, der hat die Wahl … oder war das anders herum? Bei Van Halen DAS Album auszuwählen, erscheint nicht ganz einfach. Für die meisten Fans ist es wohl das legendäre Debütalbum, oder vielleicht Nummer II, oder „Fair Warning“? Man weiß es nicht. Die meisten Tribute-Bands widmen sich auf jeden Fall der Ära von David Lee Roth, … da einfacher singbar. Die Ära Sammy Hagar hat natürlich auch diverse Klassiker am Start, allen voran das Meisterwerk „For unlawful carnal knowledge“ (FUCK) mit den großartigen Tracks „Top of the world“, „Poundcake“, „Right now“, „Pleasuredome“.

Auf Unverständnis, ausgerechnet „1984“ ausgewählt zu haben, mag ich möglicherweise deshalb treffen, weil genau dieses Album als „kommerzieller Ausverkauf“ bezeichnet wurde … von Die-hard-Halen-Fans. Tatsächlich wanderte die Band damit auf kommerziellen Höhenflügen: Erreichte der Vorgänger „Diver down“ in den USA „NUR“ vierfach Platin, eroberte „1984“ Diamantstatus mit mehr als 17 Millionen Tonträgerverkäufen.

Neu war sicherlich das Synthigesäusel bei zweien der Hits: „JUMP“ sowie „I’ll wait“. „Wo ist da eigentlich die Gitarre (mal abgesehen von den Soli)?“ Diese Frage konnte man sich natürlich stellen. Antwort: „Es gibt k(aum)eine!“ … Sicherlich ungewöhnlich für eine Hard Rock Combo, zumal man auch ohne Syntheziser sehr erfolgreich war. Dennoch wählte man den Weg der Kommerzhits, aber … ABER als Gegenleistung wurde man bei den anderen Tracks entsprechend heavier und ließ es mal so richtig krachen. Da wären die weiteren Hits „Panama“ und „Hot for teacher“, zumindest beim ersten der genannten Songs kann man noch einen Hang zum Mainstream erkennen, doch „Hot for teacher“ nebst legendärem Poservideo geht dann mal richtig ab. Noch extremer geht es bei „Girl gone bad“ und natürlich „House of Pain“ zur Sache und Van Halen konnte in Sachen Hard’n’Heavy doch noch ein gewaltiges Ausrufezeichen setzen!

Ob Debütalbum, „FUCK“ als wohl bestes Hagar-Album oder was weiß ich … „1984“ ist einfach mein absolutes Lieblingsalbum. Sonne, Autobahn … „JUMP“. The American Roaddream. Dieses Album ist wie gewohnt nur knapp 35 Minuten lang, verbreitet gute Laune, ist kurzweilig und verfügt über das gesamte Spektrum von Kommerz bis Heavy Metal mit spielerischer Virtuosität vom Feinsten. Volle Punktzahl!

5/5

Dennis