SPIDERGAWD – die norwegische Rockmaschine live in Köln, Luxor, 16.03.2019

SPIDERGAWD - die norwegische Rockmaschine live in Köln, Luxor, 16.03.2019
Chaotisch und hektisch ist das Tourgeschäft: oftmals gibt es Verwirrung von wegen Gästeliste, Fotopass, und Berichterstattung – nach kurzer Rücksprache klappt es aber dann doch immer. So auch im sehr gut gefüllten Luxor zu Köln,  wo ca. 400 Leute auf Spidergawd warteten. Auch die anderen Shows der Tour sind entweder sold out oder knapp davor. Grundsätzlich ein gutes Zeichen für die Rock-Szene, dass eine solche Band so viele Leute zieht – hartes jahrelanges Touren und tolle Alben zahlen sich dann eben doch aus.
Pünktlich enterten die Trondheimer die Bühne – die fast vollständig von dem überdimensionierten Drumset des Irrwischs Kenneth Kapstadt (früher Motorpsycho) dominiert wurde. Das ist mal ein Bühnenaufbau: Ken wirbelt in der Mitte, eingerahmt von Hallvard Gaardlos (Bass), und Saxofonist Rolf Martin Snustad, während Chef Per Borton (g, voc) und der Live-Gitarrist Brynjar Akle Ohr hinter den Drums auf einem kleinen Podest stehen. Nun ist das Luxor nicht mit der größten Bühne gesegnet, und selbst das kleine Podest konnte nicht verhindern, das die beiden Gitarristen relativ schlecht sichtbar blieben, was aber der tollen Stimmung im Laden keinen Abbruch tat.
Der Bühnenaufbau spiegelte denn auch Pers sonstige Präsenz an diesem Abend wieder – war er 2017 als aktiver, umtriebiger, lustiger Chef vom Dienst mehr  im Zentrum des Geschehens, agierte er dieses Mal recht zurückhaltend und überließ seiner Band und vor allem Ken und Rolf Martin die  Show, der mit seinem Saxophon den Riffs der Gitarristen einen warmen und tiefen Ton dazugab – was das ganze umso brachialer machte.  So durfte jeder Musiker auch mal einen Song singen; gelebte Demokratie. Es ist sicherlich ungewöhnlich für eine arrivierte Rockband, dem Drummer so exponiert und so involviert Platz zu geben- Ken gab aber auch alles und verausgabte sich total – allein ihm zuzusehen war den Besuch wert. Er ist sowas wie der heimliche Star von Spidergawd….
Gezeigt wurde ein relativ kurzes (die Band musste etwas früher Schluss machen weil im Luxor samstags pünktlich Partytime ist, so dass man nur ca 75 Minuten spielte) , sehr kompaktes, aber in sich rundes Set, mit einer bewährten Mischung aus alten Gassenhauern und Songs vom neues Album „V“ . Von Anfang an wurde ordentlich Druck und Tempo gemacht, und alle 5 fabrizierten einen soliden, schön lauten Klangteppich, der sich im Laufe der Show steigerte. Das sehr gemischte Publikum (alte Hardrocker nebst nachgeborenen Jungfans) – ließ sich super darauf ein und insbesondere die vorderen Reihen gingen zum Ende hin bewegungsfreudig mit, und der eine oder andere Pogo-Versuch wurde gestartet.
Ein runder Abend, eine tolle Live-band, die keine Minute Langeweile aufkommen ließ. Spidergawd sind live eine Bank!
Martin / Christiane
SPIDERGAWD - die norwegische Rockmaschine live in Köln, Luxor, 16.03.2019
Werbeanzeigen