ABC-Klassiker des Heavy Metal / D / DIO – Holy Diver (1983)

ABC-Klassiker des Heavy Metal / D / DIO – Holy Diver (1983)

Ronald James Padavona war bereits ein halter Hase im Hardrockmetier: Er sang in den 70er-Blues-Rockern Elf, bei Ritchie Blackmore’s Rainbow und bei den Königen des Heavy Metal, Black Sabbath. Nun, im reifen Alter von 41 Jahren, war Ronnie James Dio endlich bereit für seine eigene Band, mit dem Debüt Holy Diver. Und es war klar, dass seine Stimme nicht nur Vehikel sein sollte für die Gitarrenexzesse eines genialischen Egomanen wie Blackmore oder für das Singen von eigentlich Ozzy gehörenden Songs. Dio – so der einfache wie prägnante Name der neuen Band.
Er rekrutierte denn auch nur das Beste vom Besten: Am Bass Jimmy Bain (Rainbow, Wild Horses) und das relativ unbekannte irische Gitarrengenie Vivian Campbell (Sweet Savage), von Sabbath kam spontan Vinnie Appice mit, um das Album aufzunehmen, das 1983 die Metalwelt förmlich sprengte.
Kopfüber geht es direkt in den Knaller-Headbanger-Opener „Stand Up and Shout“ – eine Raise Your Fist-Fan Hymne bester Klasse. Und man merkte direkt: Ronnie macht keine Gefangen. Nie klang seine Stimme kraftvoller und mächtiger als auf jedem dieser Songs. Die Band nutzte das gesamte Spektrum des damaligen Heavy Metal aus. Von Chart-würdigen kommerziellen Hardrockern („Gypsy“, „Caught in the Middle“, „Straight Through the Heart“) bis zu den dunklen, fantasievollen Themen und Stimmungen („Don’t talk to Strangers“, „Invisible“). Der Title-Track ist einfach nur unwiderstehlich mit seinem mystischen Text, einem der größten Metal Riffs ever, und seinem stapfenden Rhythmus. Metal pur.  Und mit dem Ohrwurm-Synthesizer-Hook  von „Rainbow in the Dark“ schuf Dio seine erste echte Hymne – ein Hammer Song mit unglaublichem Potential. Überragend auf dem Album auch die Leistungen von Vvian Campbell,  der hier solistisch brilliert,  Jimmy Bain mit seinem unnachahmlichen Bassspiel und Vinnie Appice – was der Drummer hier an Fill-Rundläufen über die Felle zelebriert ist einfach nur göttlich.

Die Platte ist kult – dieses oft verwendete Wort stimmt hier sogar. Jeder halbwegs informierte Metalfan kennt sie. Es ist eines der Top Heavy Metal Alben, das fest im Kanon verankert ist. Auf Metalpartys läuft Holy Diver oder Rainbow in the Dark heute noch.  Diese Platte ist RJDs Vermächtnis; einer der größten Sänger – wenn nicht sogar DER größte Sänger des harten Rocks – trat leider viel zu früh ab.

5/5

Martin