#ffcgn/ Award-Verleihung Filmfestival Cologne 2018

#ffcgn/ Award-Verleihung Filmfestival Cologne 2018 /

Zum Ausklang des diesjährigen Filmfestival Cologne wurden im großen Saal der IHK die Preise des Festivals feierlich verliehen. Im Beisein prominenter Vertreter aus Kultur und Politik – z. B. erstmals Armin Laschet, der unter großem Beifall die Absicht der Landesregierung kundtat, das #ffcgn massiv zu unterstützen, gingen die Preise an Chris Martin, Luca Guadagnino, Bettina Braun, Bettina Brokämper, Pawl Pawlikowski und Lars Eidinger.

entertaim.net war vor Ort – sowohl bei den Awards, als auch bei Werkstattgesprächen mit zwei Preisträgern:

Chris Martin wurde für Under The Wire geehrt, einer Doku über den Syrienkrieg in der Schlacht um Homs 2012 und einer englischen Journalistin, die dort getötet wurde. Dabei verwendete er sowohl von ihm auf Glaubwürdigkeit geprüftes „found footage“, als auch nachgedrehte Szenen.  Einige Kritiker warfen ihm in der Heimat vor, die Originalquellen und die selbst gedrehten Szenen nicht klar genug zu unterscheiden im Film. Martin ist aber von seinem Ansatz überzeugt: einerseits seien seine Quellen verlässlich und authentisch, andererseits kann man einen Dokumentarfilm heute nicht mehr rein linear gestalten, man muss den Zuschauern wegen der veränderten Sehgewohnheiten schon etwas mehr bieten. So wurden z. B. zentrale Szenen des Films über einen Fluchttunnel in Marokko nachgestellt. Rein politisch soll der Film natürlich auch Verständnis für das vom Krieg gezeichnete Syrien und nicht zuletzt die aus den Kriegsgebieten  flüchtenden Menschen wecken.

#ffcgn/ Award-Verleihung Filmfestival Cologne 2018 /

Eine weitere Auszeichnung ging an Pawel Pawlikowski, dessen Cold War das Festival eröffnete. Der sympathische Regisseur verriet einige Hintergründe zum Film am Nachmittag im Gespräch. Cold War – eine Liebesgeschichte in Zeiten des kalten Krieges – reflektiert die Geschichte seiner eigenen Eltern, obgleich die Story selbst mit der seiner Eltern kaum vergleichbar ist.
Der an 12 verschiedenen Drehorten entstandene Film wurde über ein halbes Jahr gedreht.  Pawlikowski entschied sich wieder für das untypische 4:3-Kinoformat und ür s/w – so will er die Aufmerksamkeit des Publikums auf die Geschichte und die reduzierten Bilder lenken.  Pawlikowski erzählte von der großen Rolle, die der Einsatz von Musik in Cold War einnimmt. So spiegeln unterschiedliche Songs die verschiedenen Stadien der Beziehung des Paares wieder.
Allgemein nahm er auch Stellung zu seinem Schaffensprozess, da er nicht nur Regisseur, sondern auch Drehbuchautor seiner Filme ist. So finden sich auf seinem PC stets viele verschiedene Ideen für Filme/Projekte. Sobald die Idee – oftmals erst nach vielen Jahren – richtig ausgereift ist, und natürlich sobald sich ein Produzent findet, legt er mit der Umsetzung los.  So begann er die Idee für Cold War schon vor 10 Jahren zu entwickeln.

Pawlikowski ist ein Kosmopolit und war schon in vielen Ländern – so auch in den 70ern in Deutschland (Wuppertal) – sesshaft, fühlt sich aber doch in Polen am meisten zuhause und wohnt dort inzwischen wieder.
Er selbst geht gar nicht so gerne ins Kino, viele Filme sind ihm zu vorhersehbar und zu langweilig, zu formelhaft, zu stereotyp in der Regie. Es gäbe meist gibt zu wenig interpretatorische Freiräume. Als Gegenbeispiel nannte er Malicks „Tree of life“ – wobei der schon so wenig Struktur hatte, dass er als Zuschauer zwischendurch einschlief – was aber gar nicht schlimm war (einer der vielen Anekdoten im Werkstattgespräch).

Martin Hannig / Christiane Goslar

pics: copyright entertaim.net

#ffcgn/ Award-Verleihung Filmfestival Cologne 2018 /

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