WYTCH HAZEL/ II: Sojourn (Bad Omen)

WYTCH HAZEL/ II: Sojourn (Bad Omen)

Wytch Hazel – nur ein weiterer Thin Lizzy Rip Off? Nein, auf gar keinen Fall! Zwar tief verwurzelt im 70er Hardrock a la Wishbone Ash mit offenkundig an Lizzy geschulten Gitarrenmelodien, aber doch eigenständig genug, um den auf „Prelude“ vor 2 Jahren begonnenen Faden weiter zu spinnen – waren es dort noch starke Folk-Elemente, überzeugen sie diesmal mit einem erdigen Hardrocksound.

Musikalität wird bei der Band aus Lancaster eh groß geschrieben. Der Lizzy-Einfluss ist im vertrauten Twin-Guitar-Setup zu hören, das keltische Harmonien, treibende Galopps, Upbeat-Shuffles und Akustik-Arbeit hervorbringt.  Colin Hendra singt die meist eingängigen Songs mit seinem unverwechselbaren Timbre großartig – tolle Stimme! Es hilft auch, dass das Songwriting eine exzellente Balance zwischen nötiger Dynamik und Eingängigkeit erreicht. Das zeigt sich am besten bei „Still My Fight“ und bei „Wait on the Wind“. Beide Songs halten sich  mehr oder weniger an konventionelle Strukturen, aber ersterer ist ein rasanter Rocker, während letzterer eine gedämpfte Ballade ist, die auf ihrem Höhepunkt allmählich an Geschwindigkeit gewinnt. Klar – das ganze ist etwas formelhaft, aber immer noch eigenständig genug, um zu überzeugen. „The Devil is Here“ macht gar den recht kleinen Schritt zum frischen Heavy Metal – davon könnten sie noch mehr bringen.

„Sojourn“ ist summa summarum ein klasse Album einer Band, die es versteht mit tollen aus dem Ärmel geschüttelten Refrains immer wieder zu überzeugen: no fillers, just killers. Es scheint eine Herde von Thin Lizzy Soundalikes zu geben, die in den letzten Jahren (vor allem aus Schweden) emporkamen, aber Wytch Hazel aus dem Mutterland des Hardrock sind weit mehr als das.

4/5 P.

Martin

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