ZEAL and ARDOR / Stranger Fruit (Radicalis Music)

ZEAL and ARDOR / Stranger Fruit (Radicalis Music)

ZEAL & ARDORs Debut „Devil Is Fine“ im letzten Jahr hinterließ in der Metalwelt und weit darüber hinaus bleibenden Eindruck. Die Kombination von Soul, Blues und Gospel mit extremem Metal war ein inspirierter Schachzug von Mastermind Manuel Gagneux aus Basel und öffnete eine bisher unbekannte Tür. Gagneux war nach eigenen Angaben von dem Erfolg der selbstproduzierten Platte verblüfft und freute sich darauf, das nächste Album mit richtiger Produktion und besserem Sound zu veröffentlichen. Nun, „Stranger Fruit“ liegt vor, und eins ist klar: das ist eine konsequente Weiterentwicklung des Debuts.  Gagneux‘ Fähigkeit, krassen skandinavischen Black Metal mit Blues (Don’t You Dare) und grimmige Worksongs immer wieder mit extrem eingängigen Gospelgesängen (Row Row) zu mixen, ist außergewöhnlich, zumal keines der Elemente das andere überlagert. Trotz sich stets verändernder Stimmung hört sich das dann sehr organisch an – keine Ahnung wie er das hinbekommt. Jeder Song ist eine kleine Überraschung.

Die Lyrics sind sehr beachtenswert – Sklaverei ist ein großes Thema auf „Stranger Fruit“;  sogar der Albumtitel verweist  auf den BILLIE HOLIDAY Song „Strange Fruit“, ein Protest gegen das Lynchen von Afroamerikanern. Songs wie „Servants“ oder „Ship on Fire“  malen lebhafte und kraftvolle Bilder von den Kämpfen derer, die misshandelt und diskriminiert wurden. Gagneux gibt ihnen eine Stimme,  sei es durch sein hartes Black Metal Screamo oder durch seinen kontrollierten,  melodischen Gesang wie auf dem atemberaubenden Titeltrack.
Das Mixing von CONVERGE-Gitarrist und Allround-Genie Kurt Ballou ist Weltklasse und bringt  ZEAL & ARDORs Botschaft mit unvergleichlicher und absoluter Souveränität zur Geltung.  Es gibt keine Band wie ZEAL & ARDOR im Jahr 2018, sie machen völlig eigenständige und unkopierbare Musik. Diese 16 innovativen Tracks sind eine anständige Packung Black Soul Gospel Metal! 
5/5 P.
Martin

 

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