Guns ’n Roses auf Schalke – historische Dimensionen – die RocknRoll-Dinosaurier liefern über 3 Stunden ab

Guns ’n Roses auf „Not In This Lifetime“-Europa-Tour – nach den überragenden Berichten vom letzten Jahr ließ es sich entertaim.net nicht entgehen, in diesem Jahr das Mega-Comeback einer der überragenden Bands der letzten Dekaden unter die Augen zu nehmen.

In diesem Jahr füllten Axl , Slash, Duff und Co. unter anderem die Arena in Gelsenkirchen. Was wurde im Netz gelästert über den Gig in Berlin ein paar Tage vorher – scheiß Sound, scheiß Setlist, und Slash würde auch nicht alle Soli spielen. Alles Quatsch wie sich später herausstellte….
So fuhr man dann mit gemischten Gefühlen in die Arena – um noch kurz den Manic Street Preachers zu lauschen, erklärte Gunners-Fans und trotzdem irgendwie unpassend als Support. Ich schätze die Band sehr, aber ihre Qualitäten verpuffen vor einem größtenteils desinteressierten Publikum und einem extrem verhallten Sound, der bei G’n R besser wurde. Perlen vor die Säue!

Nach kurzer Umbaupause ging es dann aber mit einem wilden G’nR-Panzer-Video los. Um es kurz zu sagen: was für ein umwerfender Gig am 12.06.18 auf Schalke! Eine Zeitung schrieb am nächsten Tag von einem „historischen Gig für NRW“ – so etwas hätte es im Lande noch nie gegeben. G’nR waren klar in Bestform, alle in bester Spiellaune, die hatten richtig Bock. Die Setlist: überragend – wirklich ALLE Klassiker in über 3 Stunden!  Tendenziell hat man ja immer Angst, von seinen alten Helden enttäuscht zu werden – die Band zu alt, zu lahm, zu peinlich. Ein Schatten ihrer selbst. Kennt man ja. Aber nichts da!
Mit It’s So Easy ging’s los, Mr. Brownstone (da war Axl noch am Kämpfen und nicht ganz so locker, er wurde aber stimmlich immer besser), Chinese Democracy (muss nicht sein, aber ganz ok),
Welcome to the Jungle (!!!), Double Talkin‘ Jive, Better,
Estranged (volle Länge!), Live and Let Die (kam völlig überraschend und hat alle weggeblasen!), Slither,
Rocket Queen, (ein bisschen zu lang, aber hey!),
Shadow Of Your Love, You Could Be Mine (!!!), This I Love, Civil War (kam bombastisch geil rüber, großes Kino),
Speak Softly Love, Sweet Child O’Mine (unsterblicher Klassiker überragend dargeboten), Used To Love Her (but I had to kill her, locker bluesrockig gespielt), Coma, Wichita Lineman (tja, der Country-Klassiker von Glen Campbell, fand ich etwas deplatziert, aber mutig), Wish You Were Here (der Pink Floyd-Klassiker als Gitarren-Instrumental, Gänsehaut, Richard Fortus und Slash im harmonischen Wechsel mit tollen Soli),  November Rain (Gänsehaut hoch 10! Der Hammersong, und dann Slashs legendäres Solo, zum Niederknien schön, großes Kino!), Black Hole Sun (ich dachte ich hör nicht recht!! Der Soundgarden-Klassiker, in memoriam Chris Cornell!, einfühlsam gespielt und gesungen), Knockin‘ On Heaven’s Door (hey hey hey yeahyeah – na klar, ein Muss, Axl gibt die Rampensau, das Stadion stand Kopf!), Nightrain (so krass geil gespielt), Don’t Cry (Gänsehaut again), Yesterdays, The Seeker und ganz zum Schluss Paradise City. Was für ein Erlebnis, diesen Song ENDLICH mal live zu erleben und dabei abzugehen.
Ich hab ja schon viele Konzerte erlebt, aber das war einfach überragend. Allein Slash bei seinen Gitarrenexkursionen zuzusehen – diesem unkaputtbaren Helden des RocknRoll, der immer noch so aussieht und spielt wie 1990 – das ist einfach legendär. Auch Axl ist unglaublich gut bei Stimme und immer noch ein cooler Sänger – das hatte er ja schon bei AC/DC bewiesen. Klar, hier und da gab’s ’ne Schönheits-OP – aber kommt es darauf an?


Mögen die üblichen Nörgler das alles zu teuer, zu aufgeblasen, zu blöd finden: Guns ’n Roses sind einfach DIE Überlebenden einer glorreichen Epoche des Rocknrolls. Sie haben die ultimativen, mit Bedeutung aufgeladenen Songs, die eine ganze Generation Rockfans tief geprägt haben. Und sie haben das Charisma. Ihre Light- und Videoshow erfüllt höchste Ansprüche – ganz großes Kino. Und sie sind überhaupt nicht peinlich anzusehen – wer über 3 Stunden auf so einem Niveau abliefert, kann nicht peinlich sein. Die Gunners sind immer noch so gut in Form – die dürfen noch gern ein paar Jahre weitermachen.

Martin

(pics by entertaim.net / thanks to Moni Berger)

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