NADA SURF – live in Köln – das umgedrehte Boot!

NADA SURF - live in Köln - das umgedrehte Boot!

Nada Surf auf großer „Let Go-Erinnerungstour“. Das erfolgreiche und wohl bekannteste Werk der Indierock-Helden  stand im Mittelpunkt der Show im Bürgerhaus Stollwerck. Damals von den Medien hochgelobt, enthielt es Klassiker wie „Blonde on Blonde“, „Hi-Speed Soul“ oder  „The Way You Wear Your Head“ – die dann auch in genau der richtigen Albumreihenfolge angestimmt wurden. Während Superstars des Rocks gern mal ihre erfolgreichen Album-Werke der 70er oder  80er nachspielen, um richtig fett abzusahnen, ist „Let Go“ gar nicht so alt: es erschien 2005, zu einem Zeitpunkt, als die Band beim Aufnehmen ziemlich am Boden war, wie Bassist Daniel Lorca zwischendurch erläuterte: kein Plattenvertrag, keine Ahnung, ob und wer das kommende Album veröffentlichen würde. Gut, dass sie ein Label fanden, und gut, dass sie seitdem wieder recht erfolgreich unterwegs sind.
Der erste Teil des Abends stand im Zeichen von „Let Go“ – und trotz des tollen Albums gab es anfangs doch einige Längen  weil – so Lorca – einige Songs doch „pretty weird“ sind und sonst natürlich nicht auf der Setlist stehen. Auch der Sound war zumindest im hinteren Bereich der Halle nicht so gut  – Klangbrei und extrem verhallte Stimmen waren kein Vergnügen – das wurde erst im 2. Teil des Sets besser.

Nach einer viertelstündigen Pause wurde nämlich dort großartig zu den Highlightes der 25-jährigen Karriere der Band abgefeiert. Ein toller Flow entwickelte sich. Der immer wieder begnadete Sänger und Gitarrist Matthew Caws bemerkte zwischendurch gar, dass die Location ja „looks like a canoe turned upside down“ –  ob man schon mal unter einem umgedrehten Boot gestanden hätte? Ein Blick zur Decke bestätigte seinen Eindruck – das Bürgerhaus sieht von innen wirklich so aus. Hat vor Matthew nur niemand bemerkt!

Wunderbar wie frisch und voller Spielfreude die Band die Klassiker wie „Stalemate“ (in dem „Love Will Tear Us Apart“ anklang) und „Cold To See Clear“ den begeisterten Fans um die Ohren haute. Nach nochmal einer Stunde und der letzten Zugabe „Blankest Year“ war ein langer Abend (value for money!) mit einer tollen Band zu Ende.

Martin

 

 

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