JONATHAN WILSON and BAND / live im Stadtgarten Köln, März 2018

JONATHAN WILSON and BAND / live im Stadtgarten Köln, März 2018

Jonathan Wilson? Multitalent, musician’s musician, Singer/Songwriter, Edel-Gitarrist, gefragter Produzent (z.B. Father John Misty, Roy Harper, Conor Oberst), auf Tour mit und auf Platte bei Roger Waters – man könnte Seiten füllen mit seiner Vita. Mit seiner Band beehrte er den Kölner Stadtgarten – sonst eher bekannt für Jazz-Konzerte. Als Support hatte er Gambles mitgebracht (alias Matthew Daniel Siskin), US-Singer/Songwriter – und schon da war es mucksmäuschenstill im Saal.  Das sehr gemischte Publikum – ein paar  studentische Hipster,  viele mittelalte Rock-Fans und in die Jahre gekommene Bluesrecken,  lauschte aufmerksam und spendete dem hierzulande unbekannten Gambles reichlich und zurecht Beifall.
Also alles vorbereitet für den Meister: Jonathan Wilson und seine formidable Band übernahmen nach kurzer Umbaupause (naja –  bei einem Mann mit Akustikgitarre als Support gibt’s nicht wirklich viel umzubauen) und stiegen direkt mit dem Opener des aktuellen Albums „Rare Birds“ ein: Trafalgar Square, ein eher untypischer sehr direkter Bluesrocksong. „Rare Birds“ stand denn auch im Mittelpunkt der Show – es wurden fast alle Songs des fantastischen Albums gespielt. Immer in epischer Länge, und garniert mit filigraner Gitarrenarbeit des Meisters, der diverse ausufernde aber jederzeit spannende und mitreißende Soli auf seiner herrlich abgegriffenen Strat zum Besten gab.    Zudem gab’s noch ein paar „oldies, but goldies“ wie er am Anfang ankündigte – wobei zum Ende hin „Valley of the silver moon“ sicherlich das Highlight war.  Köln, so Jonathan, sei für ihn ein guter Ort, und es mache ihn glücklich zu sehen wieviel heute an diesem Abend erschienen sind – immerhin spielte er am Anfang der Karriere hier in einem Laden vor ganzen 4 Leuten – nette Leute natürlich! Aber das war doch bestimmt der Support act, warf sein Bassmann ein –  und damit waren die harten Anfangsjahre satirisch abgearbeitet und weiter ging es mit großartigen Songs zwischen ausgereiftem 80er Jahre Poprock, entspanntem Westcoast-Rock, aufbrausenden Instrumentalorgien und geilem Jam-twin-guitar-Gegniedel à la Grateful Dead. Mit seiner sympathischen zurückhaltenden Authentizität, seinen Gitarren- und Pianokünsten, der ausdrucksstarken Stimme, seiner hervorragend eingespielten Begleitband, die jedem Wink des Meisters folgten, und dem perfekt abgemischten Sound erntete er am Ende lang anhaltenden Applaus, der bis zum Beginn der Zugabe anhielt. Und mit „Moses Pain“, dem fantastischen Song von „Fanfare“, entließ er die glücklichen Fans in die Kölner Nacht, und das Mantra „Keep on riding“ zum Abschluss des Songs ging ihnen so schnell nicht aus dem Kopf. Fantastisches, überwältigendes  Konzert.

Martin, Bilder für entertaim.net

JONATHAN WILSON and BAND / live im Stadtgarten Köln, März 2018

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