LCD SOUNDSYSTEM / American Dream (Columbia/Sony)

LCD SOUNDSYSTEM / American Dream (Columbia/Sony)

Nach 7 Jahren des Wartens, Hoffens und Bangens endlich ein neues Album von James Murphys Band. Der Mastermind war zwar zwischendurch nicht untätig, aber irgendwie hat’s ihn dann doch wieder gejuckt – die triumphalen Festival-Gigs des letzten Sommers sind noch in bester Erinnerung. Nun gibt es das volle Paket : Elektro-Dance-Pop-Wave-Rock a la 2017.  Oder sowas ähnliches. Jeder Song ein Knaller, just killers no fillers. Murphy kennt seine Spezis – New Order, PIL, Echo & The Bunnymen. Extrem tanzbar, aber gleichzeitig voller Widerhaken. Dabei ist der einleitende Lovesong „Oh Baby“ zu Beginn mit dunkeln Synth-Wolken eher untypisch – mutig allemal. „Other Voices“ hingegen kommt auf den Punkt, evoziert die Nervösität und den Rhythmus der Talking Heads. Kraftwerks Retro-Electro schaut schaut eh seit jeher ständig um die Ecke z.B. in „Tonite“ mit seinem knallenden E-Drums und old school Vocodervoice  – wenn Hütter heute noch relevante Musik machen würde, müsste sie wie LCD klingen. Murphy singt wie er immer schon gesungen hat, seine Texte sind absolut beachtenswert; oft dunkler, elegischer als gewohnt, manchmal bittersüß, wenn es um verlorene Freundschaften und das Scheitern an seinen Idealen geht. Der Titletrack schaut gar etwas zynisch auf seine verpasste Jugend zurück.  Und dennoch gibt es hier wie immer viel zu schmunzeln – James Murphy hat halt einen ganz eigenen Sinn für Humor.

Im letzten Song „Black Screen“ verabschiedet sich Murphy von seinem Freund Bowie (sie kannten sich gut) – und es gibt ein Wiederhören mit Enos tollen Synth sounds ca.  „Low“ 1977. Bowie hätte diesen Song gemocht.

Dieses Album ist fantastisch, die Grooves unwiderstehlich , die Ideen sprudeln nur so  – LCD Soundsystem sind relevant, sie sind endlich wieder da, und das ist auch gut so. Muss man haben!

5/5 P.

Martin

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