THE OBSESSED / Sacred (Relapse)

Scott „Wino“ Weinrich ist eine lebende Legende. In gewisser Weise ist er die US-Version von Lemmy und teilt viele Züge mit der viel geliebten Ikone. Er war immer ein Rebell, ein Einzelgänger und ein Außenseiter in der Szene und verfolgte seine Musik ohne Rücksicht auf Beliebtheit oder Akzeptanz.  The Obsessed gründete er in den 70er Jahren. Als ein wichtiger Teil der 80er Jahre Washington  Musikszene verdiente seine Musik den Respekt von Metal-, Punk- und Crossover-Fans gleichermaßen, während sie oft als „Doom Metal“ bezeichnet wurde.

Schließlich trat er der Doom Legende Saint Vitus bei und löste  The Obsessed in den frühen 90er Jahren auf  nach der Veröffentlichung von drei Alben. Später gab es dann diverse Projekte und Soloalben.  Sacred ist seine erste Veröffentlichung unter dem Moniker The Obsessed seit 1994. Nach 23 Jahren ist man gespannt, was einen wohl erwarten mag. Da Wino das einzige ursprüngliche Mitglied ist, klingt Obsessed heute immer noch nach dem reduzierten Hardrock/Metal, für den er bekannt war – nur schwerer und noch doomiger als auf den alten Alben.

Der Opener „Sodden Jackal“ beginnt mit großem Doom-Riffing und könnte ein moderner, langer  Pentagram-Song sein. Black Sabbath lassen grüßen!  „Punk Crusher“ ist ein viel positiverer, sehr dringender Asskick-Rocker mit unüberhörbarem Motörhead-Einfluss und man meint fast Lemmy zu hören.

Das Album besteht eigentlich nur aus hörenswerten Songs – no filler, just killer. Besonders geil der Titletrack mit seien harten Grooves und messerscharfen Riffs, das sehr toughe “Perseverance of Futility,” and das überraschend catchy und melancholisch geratene „Stranger Things.”

Sacred ist ein großartiges Comeback-Album, und Wino eine Metal-Legende wie es nur wenige gibt. Toll, dass er The Obsessed aus dem Reich der Toten zurückgeholt hat. Er hat immer noch was zu liefern!

5/5

Martin 

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