KROKUS / Big Rocks (Century Media Records)

KROKUS / Big Rocks (Century Media Records)

Hmmm – another Fall von Einfallslosigkeit im fortgeschrittenen  Karrierealter? Oder einfach nur Bock gehabt ein paar alte Klassiker den typischen fetten Krokus Bratpfannensound zu verpassen? Wahrscheinlich Zweiteres – sind Krokus doch einst als Coverband gestartet und wollten nun ihren alten Helden endlich mal geballt Reminiszens erweisen.  Chris von Rohr und Kumpels geben uns also das, was wir eh erwarten, wenn wir uns ein Coveralbum anhören: olle Kamellen wie das auf jeder Hausfrauenparty totgeduldete „Born To Be Wild“ oder „House Of The Rising Sun“. Auch „Gimme Some Lovin“ als Soulrocker ist ziemlich abgeschmackt und Gähn! „Whole Lotta Love“ und „My Generation“  kann man eigentlich auch nur noch im Original hören. Nun ja.
Glücklicherweise gibt es aber auch  nicht wenige Highlights – denn die Schweizer Rocker trauen sich was, verbleiben nicht nur bei den üblichen Verdächtigen. Und so wird der Hörer mit einigen wirklich prächtigen Covern versöhnt. An vorderster Stelle sei das herrliche  „Rockin In The Free World“ genannt – Neil Young hätte man hier so gar nicht vermutet! „Jumpin Jack Flash“ geht gut ebenfalls gut nach vorne. Nicht nur hier beweist Shouter Marc Storace, dass er noch bei großartiger Stimme ist! Was aber völlig abgefahren ist: dass Krokus dem Troggs-Klassiker „Wild Thing“ – genau wie weiland Jimi Hendrix – völlig neue Seiten abgewinnen: sie verlängern einfach das Hauptriff um eine kleine Akkordfolge, was sich megageil anhört und den Song zu einem absolut melodischen Ohrwurm macht. Insgesamt dann doch noch eine ganz runde Sache – und dass mit „Back Seat RocknRoll“ ein Cover in eigener Sache vom Metal Rendezvous Album am Ende steht, darf man der Band nicht übelnehmen. Und da merkt man dann wieder, was für geile Platten die Band damals machte….

3/5

Martin

 

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