SPIDERGAWD / IV/ Crispin Glover Rec.

SPIDERGAWD / IV/ Crispin Glover Rec.

Per Borton und seine norwegische Band SPIDERGAWD (mit neuem Bassmann!) liefern nun ihren nach alter Led Zep Manier benannten 4. Longplayer ab. Und der geneigte Hörer wird von Anfang an schier weggeblasen. „Is This Love?“ fragt der Opener: eine astreine Powermetal-Ansage wie man sie von den Spinnen noch nie gehört hat! Was ist denn hier los?  Auch andere Songs, besonders das Old-School-Riffmonster „Stranglehold“ am Ende wildern in den Tiefen des NWOBHM-Sounds,  das einem das Herz überläuft. Was ist bloß mit der Band geschehen? Während der erfogreichen 2016er Tour entwickelte die Band ein vorbildliches Ritual: mit alkoholischer Unterstützung wurde allabendlich den wahren Meistern des Hardrock/Heavy Metal Tribut gezollt – Maiden, Priest,  Lizzy,  Motörhead, Dio etc pp. Dies hat dann hörbare Spuren im Songwriting hinterlassen – so hart und kompromisslos wie im Opener hat man die Band noch nie gehört! Natürlich gibt es auch die andere bekannte Seite der Band zu bewundern, wie man sie von I bis III kennt: Siebziger-orientierte Hardrock Grooves ohne Ende, z.B. a la Deep Purples Stormbringer in „I am the Night“ oder im Geiste Sabbaths in „Loucile“ oder  mal wieder leicht psychedelisch in „Ballad of a Millionaire“ bis zum schmutzigschnellen Kick out the Jams-Double „What You Have Become“  und dem etwas metal-folkigen „Heaven Comes Tomorrow“ – alle mit großartiger Bass- und vor allem Drumarbeit des einmaligen Kenneth Knapstad (Ex-Motorpsycho – übrigens ist dies auch das erste Album ohne Bent von derselben Band, mithin kann auch keine  Rede mehr von einem Motorpsycho-Ableger sein). Über allem thront die richtig geile dreckige Shouter-Stimme von Per, der darin auch immer besser wird. Das Saxofon allerdings – das noch in III so markante Akzente setzte – ist diesmal meist nur zu ahnen oder mal kurz am Ende eines Songs hörbar. Zu diesem Album passt es aber auch so besser. Insgesamt ist „IV“ eine sehr gelungene Überraschung: die Norweger präsentieren sich mit dieser teilweisen Metal-Hommage  in blendendster Verfassung – die Tour kann kommen!

4/5 P.

Martin

So 14.05.2017 Dortmund (FZW)
Mo 15.05.2017 Köln (Gebäude 9)
Di 16.05.2017 Bielefeld (Forum)
Mi 17.05.2017 Bremen (Tower)
Do 18.05.2017 Hamburg (Knust)
Fr 19.05.2017 Berlin (Lido)
Sa 20.05.2017 Leipzig (Moritzbastei)
So 21.05.2017 Dresden (Beatpol)
Mo 22.05.2017 Frankfurt (Nachtleben)
Di 23.05.2017 München (Hansa 39)
Mi 24.05.2017 Nürnberg (Club Stereo)
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