FRIENDS OF GAS / Fatal Schwach (Staatsakt)

FRIENDS OF GAS / Fatal Schwach (Staatsakt)

Die Friends Of Gas aus dem Umfeld des Münchner Kafe Kult legen mit „Fatal schwach“ ihr von Max Rieger (Die Nerven) produziertes Debüt vor. Und es schlägt in das wachsende Feld des deutschen Post Punk (siehe z.B. Isolation Berlin) mit einer gewaltigen Urkraft ein: ein Bastard aus Krautrock, Postpunk und der alten Neuen Deutschen Welle. Über einem sehr konzisen, am repetetiven Krautrock-Minimalismus geschulten Bass-Drums-Rhythmus-Teppich bauen 2 Gitarren immer wieder ausschweifende minutenlange Akkordfolgen, Klangbilder und Feedback-Angriffe – mal lässig im Pavement-Stil, mal bedrückend schwer und aggressiv verzerrt.   Abgesehen von diesem grandiosen musikalischem Fundament muss unbedingt Nina Walsers Stimme hervorgehoben werden. Sie skandiert, singt, schreit ihre deutschen oder englischen Textzeilen mit einer rauhen Stimme, dass es einem eiskalt den Rücken herunterläuft. Man höre sich das 8minütge Teeth an  – wie sie „I need my teeth / I don’t need my teeth“ immer wieder herausschreit, wie sie sich völlig gehen lässt – eine kathartische Erfahrung die einen sprachlos zurücklässt – die Stimme  als Instrument. Jeder Song auf diesem Meilenstein des deutschen Postpunk  ist ähnlich hörenswert. Wer schon mal NDW/Punk-Pioniere wie SYPH gehört hat, weiß, dass man Ende der 70er, Anfang der 80er schon mal so ähnlich musizierte, damals allerdings kaum beachtet im Untergrund, erst vor ein paar Jahren wieder entdeckt durch diverse Filme und Bücher. FRIENDS OF GAS ist nun zu wünschen, dass sie jetzt und nicht erst in x Jahren viele Fans finden mit diesem kompromisslosen und mutigen Album….

4/5

Martin

 

Advertisements