METALLICA / Hardwired… To Self-Destruct (Vertigo)

METALLICA / Hardwired... To Self-Destruct (Vertigo)

8 Jahre Pause seit dem letzten Album – und nun gibt es die volle Breitseite – ein Doppelalbum mit 77 Minuten Spielzeit – plus CD 3 in der Deluxe-Version mit Coverversionen und Livetiteln. Hat sihc das Warten gelohnt? Eindeutig: ja!

Hetfield und Co. versprühen eine ungemeine Spielfreude, die Platte klingt unglaublich geil und fett, man hat sich von Death Magnetic wegbewegt und ist beim Sound und Songwriting des Black Albums gelandet – mit starken Verweisen auf die 80er. Also nur das Beste von den alten Helden.
Zum Start rappelts im Karton – der Titelsong ist der kürzeste Song  und geht trashmäßig voll nach vorn, Shortest Straw lässt grüßen, James Hetfields Gesang präsent wie seit Jahr(zehnten) nicht mehr. „Atlas, Rise!“  gibt allen das wohlige 85er MASTER Gefühl – musikalisch und textlich – das sowas noch möglich ist! Headbanging garantiert, und die Twinlead-Gitarren von Hammett/Hetfield kommen unfassbar gut. „Now That We’re Dead“ bringt Lars Ulrich nach vorne, der hier unkonventionelle Fills gegen den Rhythmus spielt. Ein Midtempo-Monster, das klar auf das Black Album verweist! Das abwechslungsreiche „Moth Into Flame“ überrascht mit harmonischen Gitarren  und einem eingebauten Trash-Part.   Hier und des Öfteren liefert Kirk sein Trademark Wah-Wah-Solo ab. Auch „Dream No More“ lehnt sich an den Black Album Sound an – hier vor allem Sad But True, während Hetfields Stimme teils exotisch daherkommt.  „Halo On Fire“ ist für mich – neben dem unglaublichen Trash-Nackenbrecher „Spit Out The Bone“ zum Schluss – mit seinem Laut/leise-Gegensatz das Highlight des Albums.  Nach verwunschenem Beginn zu Akustik-Gitarren gibt es im Chorus kräftig eins auf die Mütze. Ein dunkler, bedrohlicher Sog entwickelt sich – bevor dann das lange Outro hypermelodisch a la Orion ausklingt. Geil.
Sicherlich gibt es auf der langen Strecke besonders auf der 2. Albumhälfte einige nicht so erfrischende Minuten – aber insgesamt kommt keine Langeweile auf, und das ist das erste Mal seit dem Black Album! Schon Death Magnetic war ein großer Wurf, obgleich nicht immer spannend und packend – während Hardwired… das Niveau durchgehend hochhält. Und wer hätte gedacht dass die Band nochmal sowas Brutales wie „Spit Out..“ hinbekommt – dies ist pure Aggression, bei der auch Trujillo seinen Moment bekommt.   Kill Em All 2016!

5/5

Martin

 

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