THE BLACKBERRIES / Greenwich Mean Time (Unique Rec.)

blackberries

THE BLACKBERRIES spielen psychedelischen Kraut-Pop, so Sänger Julian Müller.  Und dies mit einer Finesse, die in Deutschland, behaupte ich, ziemlich einmalig ist. Wer ihrem Doppel-Longplayer Greenwich Mean Time durchhört (beide Platten wurden getrennt veröffentlicht, im Mai und Oktober, deswegen heißt der neuere Teil Greenwich Mean Time +1) , wird auf eine zauberhafte Reise ins Reich der Psychedlic entführt. Man höre nur einen Song wie Demons vom Mai-Album: eine beatleeske Melodie wird mit harten Stromgitarren verziert, dazu wabert es mellotronartig und Julian schwebt in psychedlischen Sphären – klassisch! Natürlich ist es völlig unmöglich, dass die Mitglieder der Blackberries allesamt im Rheinland verstreut leben – zu echt, zu amerikanisch/englisch mutet das Doppelabum an.
Und wenn dann noch das motorische Krautrock-Element ins Spiel kommt (ok – hier hört man ihre Herkunft aus Solingen, nicht weit weg von Düsseldorf!), heben sie richtig ab. So z.B. im völlig toll durchkomponierten aus mehreren Elementen bestehenden    „Flowers Paint The Sky“  – in dem nach 3 Minuten psychedelische Elegie plötzlich der Krautrock-Drum-Hammer ausgepackt wird, dass Klaus Dinger seine helle Freude daran hätte, während kaftwerkähnliche Synths durch die Gegend irrlichtern. Nur um dann dann 2 Minuten später wieder den Beach Boys-Vocals das Feld zu überlassen – Wahnsinn! Experimentell und doch poppig – das geht durchaus zusammen, wie auch im 11minütigen traumartigen „My Love Still Shines“; Blackberries beweisen es eigentlich mit jedem Song auf dieser Wundertüte von Doppelalbum. Großtat!

 

5/5 Punkten

Martin