KING 810 / La Petite Mort Or a Conversation With God (Roadrunner)

La Petite Mort Or a Conversation With God

PUH … bereits „Memoirs of a murderer“ brauchte diverse Durchläufe, um verstanden zu werden. Als nervig empfand ich seinerzeit die „Poems“, doch einige absolute Song-Kracher konnten dann mehr als überzeugen. Der Nachfolger „La Petit Mort“ bedarf ebenfalls einiger Durchläufe. Zu Beginn fällt auf, dass die Band keinesfalls an Brachialität eingebüßt hat und im Grunde genommen die Musik lediglich als Vehikel für die Texte bzw. persönlichen Horror- und Gruselgeschichten verwendet. Der Soundtrack des Horrors! Klangen King 810 beim Vorgänger noch teilweise wie Slipknot, so haben sie sich nun entgültig davon abgesetzt und verfolgen ihren Stil weiter und driften dabei sogar ins Doomige, wenngleich äußerst extrem hart. Am Ende des Albums entwickelt sich dieser „Soundtrack“ zur Vertonung eines Film noirs mit einer Atmosphäre, wie man sie von Bands wie Massive Attack kennt … aber man geht sogar noch weiter, indem Jazzeinflüsse die Tracks zu einem Trip durch die Welt eines David Lynch modifizieren. Es ist schwierig, ein derartiges Album zu bewerten. Schon irgendwie richtig cool, wenngleich die musikalische Finsternis im Fokus steht, sodass zündene Songs wie „Fat around the heart“ eher Mangelware sind.

3,5/5

Dennis