SPIDERGAWD III (Crispin Glover Records)

SPIDERGAWD III (Crispin Glover Records)

Das 3. Album in 2 Jahren vom Motorpsycho-Ableger Spidergawd – und in alter Led Zep-Manier werden die Alben einfach mal durchnummeriert.
Nachdem sie uns mit „II“ letztes Jahr eine gewaltige Ladung heavy Bluesrock in die Ohrgänge drückten, kommen sie diesmal etwas psychedelisch angehaucht rüber – aber auch nur in kleinen Dosen. Es gibt grundanständigen harten bluesigen RocknRoll der Sorte, die Motorpsycho auch schon früher öfter spielten.

Eingespielt wurde III wie immer live direkt aufs „Band“ nach wenigen Proben.  Während Bent Sæther’s völlig einmaliger Bass noch „II“ dominierte, scheint der vielseitige Gitarrist und Sänger Per Borton hier Oberwasser zu gewinnen. Das Trademark von SPIDERGAWD sind sicherlich die den QOTSA nicht unähnlichen Drone-Grooves, wie in The Funeral”, oder “No Man’s Land“. Am überzeugendsten geraten allerdings die etwas experimentellen Sachen, so z.B. wenn das Baritonsaxofon einsetzt – genau dieser ungewöhnliche Saxofoneinsatz macht dieses Album so besonders.
Das in 3 Teilen dargebrachte „Lighthouse“ am Ende des Albums ist der kreative Höhepunkt – beginnend mit dem catchy Part 1 und endend mit einem an Jimi Hendrix‘ „Vodoo Chile“ erinnernden Gitarren-Jam in Part 3.

II war ein Hammer mit einem unglaublichen Energielevel – III ist eher eine Werkschau, ein Work in progress, man spürt förmlich, wie hier Ideen live ausprobiert und mitgeschnitten wurden. Ähnlich wie Motorpsycho wird das Arbeitsethos einer überbordeneden Produktivität hochgehalten: so sind Kenneth und Bent ja auch schon wieder mit einem neuen Motorpsycho- Album am Start im Februar, und sowohl SPIDERGAWD als auch Motorpsycho kommen in den nächsten Wochen auf Tour.

3,5/5

Martin