P.O.D. / THE AWAKENING (Universal)

POD bei entertaim.net

Nach 20 Jahren erscheint nun das neunte Album der ex-New Metaller P.O.D., und niemals zuvor klang die Metalband aus San Diego düsterer. Das Erwachen soll sich als böses Erwachen entpuppen und obwohl die Texte kurz und voller angeblicher Phrasen stecken, so verfügen sie doch in der neuen Konstellation über eine ungeheure Treffsicherheit. In Zeiten von Schlagwörtern wie TTIP, Massenexodus, Korruption, Glaubenskrieg, New World Order bekommen natürlich auch Verschwörungstheoretiker neue Nahrung und das mit Interudes gespickte Album entwickelt sich zu einem düsteren politischen und gesellschaftlichen Szenario in politisch und gesellschaftlich unsicheren Zeiten mit höchst fragwürdigen Tendenzen. Im Zentrum steht natürlich der mensch, sein Glaube, der verlust und die Wiedergewinnung von Zuversicht. Verpackt ist „The Awakening“ in einer Art Konzeptalbum, Vorbilder waren da sicherlich THE WALL (Pink Floyd) sowie OPERATION MINDCRIME (Queensryche), nur mit dem Unterschied zu Queensryche, dass die Texte bei POD nicht wirklich eine kontinuierliche Geschichte erzählen, sondern durch eine Schwammigkeit eine Menge Interpretationsspielraum bieten, und so sind die Zwischenspiele im Stile von THE WALL die eigentlichen Storyteller des eigentlichen Schicksalsplottes. Auch der dunkle Sound mit teilweise sehr harten Gitarren unterstreicht den menschlichen Kampf mit sich selbst und dem, was ihn umgibt und bedroht. Insbesondere „Rise of the NWO“ enthält musikalische Annäherungen zu „God hates us all“ von Slayer, sodass sich Sonnys Gesang stellenweise nach Tom Araya anhört … mit dem Abschlussfazit „But I will never take your mark of the beast!“ Themengleichheit mit unterschiedlichen Resümees? Erwähnenswert ist noch die Zusammenarbeit mit Lou Koller und Maria Brink (In this Moment). Während sich die Songs weitgehend wie typische POD-Tacks anhören, hinterlassen sie doch einen leicht bitteren Beigeschmack und führen möglicherweise zum Erwachen, welches im Verlauf des Albums durch Up-Tempo-Messages wie „Revolution!“ Anlass zur Hoffnung gibt. Ein nüchternes Werk in einer unsicheren Entwicklung der Gesellschaft, umgeben von existentieller Unsicherheit, teils in Forlm von Paranoia … und alles endet offen … . Bleibt zu hoffen, dass möglicherweise doch gemäß des eigentlichen Bandnamens „Payable on Death“ jeder am Ende das bekommt, was ihm zusteht!

4,5/5

Dennis