THE OTHER / DENN NUR DIE FURCHT AN SICH IST ZU FÜRCHTEN / Interview mit ROD USHER

THE OTHER at entertaim.net

Das neue Album „Fear itself“ im Gepäck und dann geht’s nach Groß Britanien. Sänger Rod Usher über die aktuelle CD, die geplante Tour, schaurige Musikvideos, peinliches You-Tuben und selbstverständlich die Furcht an sich …

Interview von Dennis Rowehl / Bild mit freundlicher Genehmigung durch THE OTHER, (c) ItWaits Art

entertaim.net: Kürzlich habt Ihr euer neues Album „Fear itself“ veröffentlicht. Seid Ihr mit dem bisherigen Feedback zufrieden?

Rod Usher: Mehr als zufrieden. Wenn sich ein Line-Up so stark ändert, wie das unsere in den letzten zwei Jahren, und du dir natürlich Sorgen machst, ob das kreative Ergebnis dann bei den Leuten ankommt, ist es wirklich schön zu hören, wie begeistert die Rezensenten bisher waren. Die leichten Weiterentwicklungen, die wir in jedem neuen Werk mit einfließen lassen, wurden positiv gesehen und viele neue Details gelobt. Wir selbst sind mit „Fear Itself“ sehr zufrieden und es ist schön zu sehen, dass es auch die Hörer und Kritiker sind.

entertaim.net: Das Album ist sehr metallastig, sehr hart und auch fett und hart produziert, was sicherlich zum Thema „Angst“ ganz gut passt. Wie entstand diese „neue“ Härte?

Rod Usher: Vielleicht zu einem Teil aus der Frustration, die Dr. Caligari (Drums) und ich verspürt haben, weil die letzten zwei Jahre teilweise niederschmetternd waren und alles, was wir mit der Band aufgebaut haben, in Gefahr war, vielleicht aber auch durch die Energie der neuen Jungs an Gitarren und Bass, als auch dem neuen Feuer, was sie in uns entfacht haben. Und natürlich machen zwei Gitarren mehr Druck, durch verschiedene Möglichkeiten, als eine. Die Produktion ist schon auf den vorherigen zwei Alben von Waldemar Sorychta (Moonspell, Sodom, Lacuna Coil etc.) übernommen worden, daher hat sich an den Aufnahmen nicht so viel geändert. Vielleicht besteht The Other einfach jetzt aus noch besseren Musikern und das macht sich zusätzlich im Sound bemerkbar.

entertaim.net: Über die Texte brauchen wir eigentlich nicht sprechen, da gibt es auf youtube ein Interview wirklich zu allen Songs … https://www.youtube.com/watch?v=yIphYK2toSg … gibt es da noch etwas Neues zu ergänzen?

Rod Usher: Auf dem Video fehlt ein Kommentar zu „Funeral March“, den haben wir schlichtweg vergessen. Dabei ist der Song für uns recht ungewöhnlich und ist eher im Stil der 80er angesiedelt. Kritiker verglichen ihn mit Billy Idol und Iggy Pop, was ja durchaus etwas Gutes ist. Handeln tut er von New Orleans, der Stadt in der Voodoo in den USA noch lebt. Ansonsten zeigt sich umso mehr, dass dieses textliche Konzept der „Angst“ wirklich – und teils ohne meine direkte Absicht – durch das komplette Album zieht. Nein, „Fear Itself“ ist kein Konzeptalbum mit einer durchgängigen Story. Aber irgendwie mit einem roten Faden …

entertaim.net: „Dreaming of the devil“ ist das erste Video vom neuen Album. Wie wichtig ist für Euch das Medium „Video“? Kommerziell gesehen, aber auch künstlerisch?

Rod Usher: Videos sind eigentlich heute wichtiger denn je, denn auch wenn sie kaum mehr im normalen TV laufen, sorgen sie in sozialen Netzwerken für massive Aufmerksamkeit. Nur mit Bildern und Infos erreichst du ja heutzutage niemanden mehr. Da sind Videoclips noch die beste und künstlerischste Form, sich zu präsentieren. Und es macht uns auch Spaß, diese zu konzipieren und umzusetzen, wenn es denn das Budget mal erlaubt. Wir sind einfach nicht die Typen, die ständig youtube-Clips drehen und uns im Tourbus oder beim Rumhängen im Backstage filmen. Das ist langweilig und – bei den meisten Bands – einfach nur peinlich, da möchten wir nicht mitmachen. Also lieber Videoclips zu Songs …

entertaim.net: Jetzt beginnt in Kürze eine Tour … Deutschland und UK … wie groß ist denn die Fanbase auf der Insel?

Rod Usher: Ausgehen von den beiden ausverkauften London-Shows, die wir mal gespielt haben, riesig. Bleibt man allerdings realistisch, wird es so sein, dass an einem Montagabend sicher nicht die Bude brennt. Aber wir freuen uns drauf, denn wir sehen mal wieder Städte, die wir noch nicht kennen, und treffen Anhänger der Band zum ersten Mal. Drauf kommt es an!

entertaim.net: Ihr seid ja bereits über 10 Jahre im Geschäft und eine Tour auf die Beine zu stellen ist sicherlich nicht ganz einfach. Was hat sich denn in den letzten 10 Jahren für Euch verbessert?

Rod Usher: Wir haben ein gutes Netzwerk aus einem großen Label, professionellem Booker, aktivem Verlag und befreundeten Bands und Unterstützern. Das macht vieles leichter und man muss sich nicht um jedes Detail selbst kümmern oder kommt eben einfacher ans Ziel. Auch wenn ich das meiste immer noch selbst mache. Aber ein paar Vorteile genießt man eben doch gerne: Hotel statt Isomatte oder Nightliner statt ranziger Van sind doch nett.

entertaim.net: Kling doch super … Besten Dank und viel Spaß in Great Britain …

Rod Usher: Besten Dank zurück!