SNAKEBITE / SLEAZE FUCKIN‘ SLEAZE

Snakebite bei entertaim.net

„Princess of Pain“ lautet der Titel ihres Debütalbums und sie zelebrieren den großen 80er-Sleaze Rock. Wir sprachen mit Drummer Julian Fischer über die Faszination Poser-Rock, Video- sowie Tourpläne und die Schmerzprinzessin.

Interview von Dennis Rowehl, Bild mit freundlicher Genehmigung von SNAKEBITE, (c) Mike Siepmann

entertaim.net: Großartiger Einstand mit eurem Album „Princess of pain“ … gibt es Tourpläne?

J.F.: Riesen Dank! Die Platte kommt super an und wir freuen uns, wie sich alles entwickelt. Dieses und letztes Jahr gab’s eine Menge Einzelshows in ganz Deutschland. Nächster Schritt wäre in der Tat eine Tour, gerne auch im Ausland und als Support einer größeren Band. Mal sehen, was die nicht allzu ferne Zukunft bringt. Es gibt einige vielversprechende Interessenten, die uns unterstützen könnten in unserem unstillbaren Tatendrang. Dass wir dumm genug sind, unsere ganze Energie in die Sache zu stecken, hat sich offenbar rumgesprochen.

entertaim.net: Find ich gut! Bands wie ihr lassen den Geist des 80er-Sleaze-Rocks wieder aufleben … woher stammt bei euch die Faszination dieser Zeit und Musik?

J.F.: Wenn es um catchy Hardrock geht, mit großem Refrain, toller Show und dicker Produktion, sind die 80er das Richtige. Für uns geht’s vor allem um die Musik, weniger um den ganzen Kommerz von damals. Mit Idealisierungen und Erweckungsphantasien der goldenen 80er können wir wenig anfangen. Stell dir vor, der kleine Justin-Bieber-Popper von heute hängt sich ein Poster von uns über’s Hochbett und spielt den harten Rocker – lieber nicht! Für uns ist Hardrock und Metal der 70er und 80er auch kein Relikt der Vergangenheit. Deshalb fühlen wir uns auch nicht als Retro-Act, der sich nur über Vergangenes definiert, sondern halten diese Musik für absolut zeitlos.

entertaim.net: Wird es ein richtiges Video geben?

J.F.: Das Video zu „Road to Nowhere“ ist gerade rausgekommen – checkt unseren Youtube-Kanal! Dafür haben wir spontan einen Gig mitfilmen lassen. Die Live-Stimmung vor und auf der Bühne kommt super rüber. Eine aufwendigere Produktion für ein weiteres Musikvideo haben wir gerade gedreht und ist in Bearbeitung. Die Location ist was ganz Besonderes – ihr werdet sehen.

entertaim.net: Habt ihr das Gefühl, dass der Markt für eure Art der Musik wieder wächst?

J.F.: Ja. Jeder, der früher über die alten Wege dicke Knete gemacht hat, heult ja über das Internet. Ich glaube aber, dass es zu einem großen Teil dafür verantwortlich ist, dass diese Musik wieder präsent ist. Und nicht nur die. Heute ist alles erreichbar und bereit, entdeckt zu werden. Klar, wer Schaf ist, wird Schaf bleiben und hechelt irgendwelchen kurzweiligen Trends hinterher. Aber die Bevormundung der Industrie ist im Großen und Ganzen nicht mehr möglich. Mag sein, dass es irgendwann keine großen Priests und Maidens mehr geben wird, aber eine große Vielfalt von Bands und Stilen, in dem unser Ding seine Nische hat.

entertaim.net: Was macht den besonderen Reiz dieses Lifestyles aus?

J.F.: Für viele ist Rock ‘n Roll eine Flucht aus dem Alltag. Endlich Party machen und die Sau raus lassen. Das ist auch voll in Ordnung! Für uns bedeutet es aber auch Freiheit, Unabhängigkeit, Selbstgesetzlichkeit. Wir reden niemandem nach der Schnauze, kriechen niemandem in den Arsch und wer ein Problem mit uns hat, kann sich verziehen oder kriegt ein paar auf’s Maul (lacht). Nein, im Ernst – gerade in Deutschland sind systematisierte Lebenswege ja voll angesagt. Im Vollgas durch die üblichen Strukturen, 9 to 5 am ackern, neben seinem Job null Interessen haben und sinnloser Konsum verdeckt, dass man nicht mehr als ein Rädchen im Uhrwerk ist. Wir wollen nicht am eigenen Leben vorbei leben, sondern nach unseren eigenen Neigungen und dafür alles geben. Das findest du auch in unseren Texten – „Draw the Line“ and „Live it Up“ – damit ist alles gesagt.

entertaim.net: Was ist deine persönliche Top-5 Liste von Princesses of Pain?

J.F.: Ich stehe ja mehr auf die kleinen süßen Mädels statt auf Schmerzprinzessin (lacht). Da musst du mal mit Nikki sprechen, der den Text des Titeltracks geschrieben hat. Bei mir gab es eigentlich nur eine, meine Ex-Freundin. Holy Jesus, reden wir lieber nicht darüber (lacht).

entertaim.net: Vielen Dank und weiterhin ROCK ON!

J.F.: Danke auch!