MIDRIFF / DOUBTS and FEARS

MIDRIFF bei entertaim.net

Die ersten beiden Tracks erinnerten mich stark an Black Stone Cherry, also kraftvoll und organisch, allerdings ohne den richtigen Hauch der Südstaaten, aber dennoch solide. Handgemachter Rock/Hard Rock mit leichten Blueseinflüssen. Schon ganz catchy, der Beginn. „Long gone“ schleppt sich etwas dahin wie ein atmosphärischer Western und überzeugt mit stimmungsvoller und harter Gitarrenarbeit. Im leichten Western-Style geht es weiter: „Mind’s health“ heißt die Ballade und es gibt gewisse Parallelen mit Gotthard zu „Dial hard“-Zeiten. Auch der darauf folgende Up-tempo-Song „Safehouse“ erinnert mich etwas an Gotthard, obwohl man das Gefühl hat, dass hier ein wenig Sand im Getriebe steckt, sodass es trotz des wuchtigen Sounds irgendwie ein wenig an Power fehlt. Danach folgen erneut drei weitere Balladen und es beginnt, was sich bereits leicht andeutete: Eine Phase des Leerlaufs. 3 Balladen – nach meinem Geschmack zuviel des Guten! Ermüdung machte sich bei mir breit und auch das anschließende „Regular Monster“ mit dem Stoner-Rock-Touch konnte mich nicht wirklich aus dem Schlaf reißen. Track Nr. 11, „Less than expected“, startet mit großartigem Riff, doch dann nimmt das Trio erneut die Power aus dem Songs und driftet in einen belanglosen Refrain ab. 70 Minuten Spielzeit ist natürlich auch eine ganze Menge, aber vielleicht hätte man sich da auf weniger Songs konzentrieren können oder gar müssen, denn irgendwie fehlt es den Songs an der letzten Entschlossenheit. Trotz grundsolidem Sound fehlen die kleinen Details und Raffinessen, die aus Songs großartige Songs werden lassen … und genau dieses letzte I-Tüpfelchen an Ausarbeitung fehlt den meisten Songs, sodass sie in dieser Fülle dann doch leider mittelmäßig werden. Der letzte offizielle Song „Soul to burn“ klingt dann noch gewaltig nach King’s X, guter Gesang und ebenfalls gute Instrumentalisierung, aber auch hier bleibt die Handbremse nicht ungelöst und der Wagen wird am fulminanten Davonbrausen gehindert. Weniger Tracks, dafür aber bis ins Detail ausgereift, wären sicherlich sinnvoller gewesen … meiner Meinung nach. Und so bleibt ein insgesamt eher mittelmäßiges Rockalbum mit absolut vielversprechendem Beginn.

3/5

Dennis