BONFIRE / Glörious

Bonfire bei entertaimnet

Warum man auf der deutschen Wikipedia-Seite von BONFIRE Claus Lessmann, den langjährigen Sänger, unterschlagen hat, kann ich nicht beantworten, denn mit seiner Klaus Meine-Stimme war er einer der Garanten des Erfolges der Anfangszeit mit Alben wie „Fire works“ und „Point Blank“, die sogar für eine recht große Popularität im Land jenseits des großen Teiches sorgten, sodass es die Band sogar auf internationale Soundtracks („Shocker“) geschafft hat. Dann verschwand die Combo irgendwie und veröffentlichte eigenwillige Alben wie das deutschsprachige „Freudenfeuer“ und die Vertonung von Schiller’s „Die Räuber“.

Was nun so interessant am neuen Album ist? Von der Ursprungsbesetzung ist ja nun nicht mehr viel übrig, auch Lessmann ist nicht mehr an Bord … dafür aber David Reece. Ja genau, DER David Reece, der seinerzeit beim Accept-Album „Eat the Heat“ mitwirken dufte und sich Schlägereien mit den Accept-Masterminds lieferte. Oh Mann, lang ist’s her … dann folgte noch Bangalore Choir, dessen Erfolg sich allein aufgrund dessen nicht mehr einstellen konnte, da der Grunge den Poser-Markt (nichtzuletzt wegen MTV) vertrieb … und das war’s dann. Kein großer Erfolg, aber eingefleischte Hard Rock-Fans wissen natürlich, über welche Gesangsqualitäten ein Herr Reece verfügt. Auch bei seinem neuen „Arbeitgeber“ leistet er gute Arbeit, ansonsten bietet das neue Album allerdings wenig Überraschungen. Geliefert wird bodenständiger, gefälliger AOR, ganz nett, nicht übel, ganz okay, so lala und so weiter. Früher hätte man wohl „Hausaufgaben-Rock“ gesagt, Musik, die man gut nebenbei hören kann, aber da heutzutage ja niemand mehr Hausaufgaben macht …. einige Songs erinnern mich an die Tony Martin-Epoche von Black Sabbath oder natürlich an Bonfire, aber irgendwie nicht mehr so frisch wie zu Anfangszeiten. Ach nee?! Natürlich nicht, die Jungs sind ja schon etwas älter, aber anderseits bedeutet Alter heutzutage nicht mehr wirklich viel, wenn man bedenkt, wie sich Accept, Rush, Maiden, Saxon usw. immer noch live präsentieren. Nur wer Power verliert, wird älter … oder etwa nicht? Und so nahmen Bonfire noch die Klassiker „American Nights“ sowie „Sweet Obsession“ auf, um an die ruhmreichen Zeiten anzuknüpfen. Erstaunlicherweise haben ACCEPT trotz „popular demand“ genau auf Remakes verzichtet … Man habe genug neues Material, sodass man sowas nicht mehr nötig habe … so Wolf Hoffmann in einem entertaimnet-Interview …. doch Bonfire konnten nicht widerstehen und nahmen die erwähnten Tracks noch einmal mit Reece auf und obwohl der Gesang solide ist, so fehlt es doch an der nötigen Frische, sodass auch diese Songs eher ein Abklatsch vergangener Tage darstellen.

Ich will das Album nicht schlechter machen, als es ist, denn Bonfire präsentieren schon solide Handwerkskunst, aber man sollte keine Schnittmenge aus „Fire works“ und „On Target“ von Bangalore Choir erwarten. Dieser Spirit konnte nicht geweckt werden. Vielleicht fehlt dann aber dann doch die Stimme von Lessmann, denn es ist nicht einfach, „Bonfire“ bei diesem neuen Album herauszuhören. 2,5 Punkte + 0,5 Bonus … der Anfangszeit wegen🙂

3/5

Dennis