MadMoiselle Peachy / Latex – Fashion – Rock’n’Roll

MadMoiselle Peachy bei entertaim.net

MadMoiselle Peachy ist definitiv ein aufstebendes Model der etwas anderen Art. Vergesst Heidi Klum und ihre Top-Models … diese Stereotypisierung gehört möglicherweise der Vergangenheit an, denn bei Peachy entstand die Karriere aus Spaß an der Freude. Sie entwickelte eine sympathische Unkonventionaltität und Vielseitigkeit, sodass die hübsche Essenerin nun ganz erfolgreich von Event zu Event und Shooting zu Shooting tanzt.

Wir sprachen über ihren Werdegang, Rock’n’Roll, die Dominatrix, Latex und über 70.000 Tonnen Heavy Metal …

Interview: Dennis Rowehl / Bilder mit freundlicher Genehmigung von Peachy – Bild oben (c) Steffen Weber / Bild unten (c) facelooks.de

entertaim.net: Hallo Peachy. Du hast in kurzer Zeit viele unterschiedliche Shootings gehabt. Wie genau bist zu zum Modeln gekommen?

Peachy: Hey! Ich habe bereits mit 4 Jahren angefangen und damals für diverse Kataloge, Möbelhäuser etc. Modell gestanden, dies ist leider irgendwann zum Erliegen gekommen, weil die Firma in Essen pleite gemacht hat. Daraufhin habe ich Modeln nicht weiter verfolgt, ich habe in der Schule mehrere Theater-AGs besucht und mich dahingehend ausgetobt (lachend). Ein sehr guter Freund von mir, der mein Nachbar war, hat sich eines Tages im Alter von 16 eine Spiegelreflexkamera gekauft, um sich mit der Fotografie zu beschäftigen und ich habe gerne für ihn Testobjekt gespielt – der Schritt, dass ich mich dann in Fotografieforen angemeldet habe und auf die Suche nach neuen Fotografen ging, erfolgte einfach aus Lust am Experimentieren, neuen Locations, neuen Outfits und neuen Möglichkeiten. Dass ich damit einmal Geld verdienen würde oder es so gut laufen würde, hätte ich nie gedacht. Eigentlich wollte ich nur schöne Fotos, die nicht beim Feiern entstanden sind.

entertaim.net: Du bist bereits auf Modenshows z.B. bei der Dominatrix aufgetreten? Was ist das Besondere bei diesen Fetisch-Messen?

Peachy: Dass Leute immer sonstwas denken, wenn sie davon hören und die Szene vielleicht gerade deswegen viel aufgeschlossener ist als andere. Ich finde Latexklamotten wunderschön – sie haben leuchtende Farben, interessante Schnitte, sitzen gut und die Designer, welche sie anfertigen, beweisen eine unfassbare handwerkliche Kunst, wenn man bedenkt, dass alles handgeklebt ist. Natürlich gibt es da auch eine „Schmuddelecke“, mit der viele Außenstehende das gleichsetzen – aber auf den Veranstaltungen, die ich besucht habe, gab es fast keinen Unterschied zu normalen Elektroparties oder anderen Veranstaltungen – außer dass eben alle Latex trugen. Natürlich kam es vor, dass man an Leuten vorbeilief, die gerade etwas hemmungsloser miteinander umgingen oder man hinter einem Vorhang, der Räumlichkeiten abgrenzte, erahnen konnte, was da gerade vor sich geht .. aber wenn man das mit Festivals, wackelnden Zelten und Saufveranstaltungen wie Oktoberfest vergleicht, wo Leute mitten auf den Wiesn miteinander schlafen .. dann ist der Unterschied auch eher relativ, die Leute sind eher glücklicher, unter Menschen zu sein, mit denen sie sie selbst sein können und wo es niemanden interessiert – selbst wenn sie als Mann als türkisfarbenes Einhorn durch die Gegend hüpfen (lacht).

entertaim.net: Du kommst aus Essen. Wäre auch die Motorshow für Dich persönlich interessant?

Peachy: Ich hätte beinahe letztes Jahr da gearbeitet, leider kam mir eine Klausur dazwischen. Vielleicht klappt es ja dieses Jahr, auch wenn sie sehr anstrengend ist, mag ich die Arbeit auf Messen.

entertaim.net: Was ist für 2015 geplant? Gibt es schon Projekte, Shoppings und Messen?

Peachy: 2015 war bis jetzt – und wir haben gerade Anfang Februar –  ein volles Jahr für mich. Ich war auf dem 70.000 Tons Of Metal als „Poolgirl“, hatte ein Shooting für den EMP sowie einige freie Arbeiten. Im Mai geht es eine Woche auf Workshop-Tour nach Ibiza, eventuell auf Promotiontour mit den anderen Poolgirls – (lachend) Ich weiß, der Name ist ätzend! – auf’s Hellfest oder Summerbreeze. Ansonsten habe ich Gespräche mit einigen Fotografen und coole Projekte geplant, aber noch keine genauen Termine, ich warte noch auf das Ende meiner Klausurphase, bevor ich mich wieder reinstürze.

entertaim.net:  Musikmäßig bist Du eher im Bereich METAL zuhause und bist viel auf Festivals. Was findest Du persönlich so cool am 80er-Hair Metal-Style?

Peachy: Glamrock und Sleazerock sind zwar bei Weitem nicht die anspruchsvollste, tiefgründigste oder ernsthafteste Richtung des Metal, auch wenn es wie immer Ausnahmen gibt, aber manchmal muss es eben genau das nicht sein. Man hört diese Musik und ist direkt in Partylaune, summt die Texte und Lieder mit, wippt mit Kopf und Fuß und erinnert sich vielleicht an lustige Parties und Abende und was man getan hat, als dieses Lied gerade lief, zumindest wenn man so ein ausgiebiger Partymonium-Gänger ist wie ich (lacht). Die Attitüde der Bands, das Spiel mit den Geschlechterrollen – siehe nur Dee Snider von Twisted Sister – und die Koketterie mit dem Cross-Dressing empfinde ich ebenfalls als ziemlich witzig und cool. Des Weiteren empfand ich die Szene viel aufgeschlossener und freundlicher als in anderen Genres.

entertaim.net: Hast Du selbst schon mal mit dem Gedanken gespielt, zu singen oder irgendwie musikalisch aktiv zu werden?

Peachy: Ich habe als Kind lange Zeit Klavier gespielt, ein paar Auftritte gehabt und in der Schule bis zum Abi im Chor gesungen und in Musicals mitgespielt. Es hat viel Spaß gemacht, allerdings gibt meine Stimme leider immer viel zu schnell den Geist auf und wird kratzig und heiser. Außerdem würde ich mich ernsthaft nur auf die Bühne trauen, wenn ich wüsste, ich hätte ein riesiges Talent und könnte Massen begeistern. Habe ich leider nicht, aber Musik genießen ist ebenfalls nicht zu verachten!

entertaim.net: Models haben in der Regel eine feste „Diät“ bzw. einen Ernährungsplan? Gibt es sowas bei Dir auch (lachend)?

Peachy: (lachend) Nicht wirklich. Ich sitze so oft vor dem Rechner während Klausurphasen und stopfe mich voll bis zum „geht nicht mehr“. Allerdings bin ich immer mit der Bahn unterwegs und laufe dementsprechend recht viel durch die Weltgeschichte, oft mit ziemlich schweren Taschen, noch reicht das, um die Figur zu halten, früher oder später muss ich wohl viel Sport machen ..

entertaim.net: Zum Abschluss noch eine musikalische Frage. Was sind zurzeit deine absoluten Top-3-Alben? … Hörst Du eigentlich auch Pop a la Nicki Minaj und sowas?

Peachy: Uff, das ist eine Frage, die ich so nicht beantworten kann, da ich Musik immer kreuz und quer je nach Lust und Laune höre, so ein typischer „Album-Durchhörer“ war ich nie. Vielleicht mit 10, als man noch einen Discman statt Mp3-Player hatte, aber den Spuntrack von Sailor Moon höre ich schon sehr lange nicht mehr (lachend). Und ich höre nicht nur Metal, allerdings finde ich den normalen Radiopop oft sehr eintönig, da gibt es nur hin und wieder Lieder, die ich im Gedächtnis behalte. Alligatoah und Trailerpark fand ich als Non-Metal in letzter Zeit ziemlich witzig, Musicalmusik mag ich sehr gerne, Soundtracks und – man mag es kaum glauben – 50er bis 70er-Jahre Zeug mag ich manchmal auch sehr gerne.

entertaim.net:Peachy, vielen Dank und viel Erfolg mit Deinen Klausuren …

Peachy: vielen Dank, Dennis

Mehr Infos: https://www.facebook.com/MadMoisellePat?fref=ts

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