EXTRABREIT / ALLE JAHRE WIEDER

Die Breiten bei entertaim.net

Köln. Alle Jahre wieder ist es Zeit für die EXTRABREIT-Weihnachtstour und so trafen wir alle Jahre wieder auch Kai Havaii. Natürlich gibt es nicht ganz so viel Neues zu berichten, aber dennoch Retrospektiven und in der Tat Ausblicke in die Zukunft.

Interview: Dennis Rowehl, Martin Hannig – Bild mit freundlicher Genehmigung von Extrabreit, (c) Anna Maria Erkeling

entertaim.net: Hi Kai, wie isses, Weihnachten wieder mit den Jungs auf Tour zu sein?

Kai: Das ist ein bisschen wie Urlaub (lacht), wir spielen zwar sonst noch Gigs auf das Jahr verteilt, aber in dieser Zeit ist alles komprimierter. Das ist dann immer ein besonderes Gefühl. Ich kann mir diese Zeit gar nicht mehr ohne eine Tour vorstellen.

entertaim.net: Wie kommt denn das Set zustande?

Kai: Es gibt feste Eckpunkte. Jeder von uns macht dann eine Liste und diese werden verglichen … dann merken wir, dass es natürlich kaum Gemeinsamkeiten gibt und dann wird diskutiert. Männer diskutieren viel (lacht).

entertaim.net: Ihr hattet mal eine Zusammenarbeit mit dem Hagener Orchester, nun gibt es im Rockbereich ja viele derartige Projekte. Da gibt es Positivbeispiele, aber auch Negativbeispiele wie z. B. bei Metallica. Hat das eigentlich einen Mehrwert oder kann das auch nach hinten losgehen? Obwohl es bei Euch ja noch den regionalen Bezug gab …

Kai: Das ist richtig, das war eine Zusammenarbeit mit dem Hagener Symphoneorchester. In diesem Fall ist die Idee an uns herangetragen worden. Der Stadt geht es ja nicht so gut und das Orchester hängt am seidenen Faden, da entstand die Idee, wie man stärker die Öffentlichkeit erreichen kann und Leute zum klassischen Konzert motiviert, die sonst eher nichts damit zu tun haben. Das haben wir dann ein paar Mal gemacht und es war super; aber Gedanken, damit auf Tour zu gehen, haben wir schnell verworfen, das ist in diesem Umfang logistisch auch nicht zu realisieren.

entertaim.net: Aber klassische Wurzeln gab es bei Euch schon immer … Allegro für Annemarie …

Kai: (lacht) ! Das deutete sich damals schon an.

entertaim.net: Beim letzten Interview haben wir stärker über die Zeit, in der die ersten drei Alben aufgenommen wurden, gesprochen, dann können wir in der Bandhistorie mal fortfahren. Danach kamen „Europa“ und „LP der Woche“. Letztere war mehr so in Richtung Filmmusik …

Kai: Bei „LP der Woche“ spürt man schon die innere Zerrissenheit der Band. Das ist kein geschlossenes Produkt. Wir waren alle durch! Nach den großen Erfolgen war das mittlerweile das fünfte Album in einer kurzen Zeit und es war das Album für die Plattenfirma, weil wir noch den Vertrag erfüllen mussten. Wir wussten nicht, wie es weitergehen würde. Stefan hat an seinen Solosachen gearbeitet und ich hatte auch meine Ideen im Kopf und das war dann eine Art Pflichterfüllung. Das heißt natürlich nicht, dass da nur Mist drauf ist, aber es ist kein geschlossenes Produkt. Coole Einzelsongs, aber man merkt schon, dass es erst einmal eine Art Ende ist.

entertaim.net: Und dann kam die „Sex after three years in a submarine“ … völlig geile Platte mit fettem Sound!

Kai: Pruduziert wurde das von Mack, der ja für alle internationalen Acts wie Queen, Electric Light Orchestra und und und gearbeitet hat und das war natürlich eine große Herausforderung. Wir haben gedacht, dass wir uns mal auf internationaler Ebene mit den Größen messen sollten. Er hatte damals shon die „Rückkehr der fantastischen 5“ gemischt, was schon ein unglaublich fetter Sound war, und auf ihn sind wir da wieder zurückgekommen. Ich denke auch, dass es eine sehr gute Platte ist, aber es war unter dem Markennamen Extrabreit schwer vermarktbar. Vielen Fans gefiel das gar nicht, weil Extrabreit natürlich eine bestimmte Art von deutschen Texten hatte. Im Nachhinein hätten wir es unter einem anderen Bandnamen versuchen können, aber diese Kombi passte einfach nicht. Dir Platte ist musikalisch eigentlich sehr interessant, denn man kriegt bei Extrabreit viel geboten. Überraschungen gibt es bei anderen Bands nicht: Zum Beispiel bei AC/DC (lacht).

entertaim.net: Was ist in Zukunft noch zu erwarten?

Kai: Es könnte sein, dass wir nochmals ein Unplugged-Album aufnehmen. Wir haben das live schon ausprobiert und einige Songs funktionieren da ganz gut. Es könnte also durchaus passieren, dass wir in dieser Richtung noch mal was machen.

entertaim.net: Kai, wir danken … gleibt gesund und dann sehen wir uns im nächsten Jahr an gewohnter Stelle zum Weihnachtskonzert 2015 …

Kai: Aber sicher! Viel Spaß heute Abend noch …