PRONG / Metal – Music for old men? Und ein neues Cover-Album …

Prong bei entertaimnet

Mit „Ruining lives“ haben PRONG ein neues Album am Start und im nächsten Jahr soll es bereits ein weiteres Studioalbum geben. Anlässlich der Tour als Support von OVER KILL sprachen wir mit dem Prong-Mastermind …

Interview mit Tommy Victor, von Dennis Rowehl, Bild mit freundlicher Genehmigung von Oktober Promotion.

entertaim.net: „Ruining lives“, das aktuelle Album hat zumindest in Deutschland eine Chartposition erreicht … so um Platz 70 … ist Deutschland ein gutes Pflaster für Euch?

Tommy: Platz 70? Ist das gut? Wie viele verkaufte Alben sind das? Bedeutet das heutzutage noch irgendetwas? Ich hab keine Ahnung. Der Markt für Alben ist kaputt und das Business für Alben hart geworden. Man gibt sein Bestes, um ein neues Album aufzunehmen und wer weiß, vielleicht nimmt noch nicht einmal jemand Kenntnis davon. Es gibt zu viele Bands und zu viele Album-Releases in so kurzer Zeit. Ich meine, ich bin stolz auf das aktuelle Album und die Resonanz war gut, aber es ist heutzutage schwer, viele Alben zu verkaufen. Ich kenne das von meinen Nebenprojekten, von denen kaum jemand Kenntnis nimmt … bei mir denkt man immer an PRONG, was sehr gut läuft, für das andere Zeug gibt es weniger Interesse, aber so ist das nunmal. Was Deutschland betrifft … ja, ich glaube, es läuft hier ganz gut, wir sind in diesem Jahr zum dritten mal hier.

entertaim.net: Nun tourt Ihr mit der Thrash Metal Legende OVER KILL. Wie ist das so?

Tommy: Es läuft gut. Ist natürlich eine interessante Kombination. Wir haben mit Thrash nichts zu tun und auch nicht mit den klassischen Metalheads, die sich meistens auf einen eingeschränkten Musikbereich eingeschränkt und blicken nicht über den Tellerrand hinaus. Durch OVER KILL und uns kommen unterschiedliche Fans zusammen. Unsere Fans hören meist auch unterschiedliche Sachen wie Neil Young, Joy Devision und so weiter. Das ist dann eine ganz coole Mischung.

entertaim.net: Was mir bei Metal-Konzerten auffällt, ist, dass insbesondere bei den alten Bands auch das Publikum entsprechend alt ist. Ist Heavy Metal mittlerweile Musik für Großväter?

Tommy: Ja. Es stimmt, das Publikum wird älter, aber es sind auch einige neue junge Fans dabei, aber der Altersdurchschnitt des Publikums ist mit den Bands älter geworden. Das ist im Rock-Bereich ähnlich. Pink Floyd hatte beim aktuellen Album sehr viele Vorbestellungen … dazu gehörten auch junge Leute, aber meistens dann doch ältere. Das hat sicherlich auch mit dem digitalen Zeitalter zu tun. Wir stammen noch aus einer Zeit, in der man alles selbst machen musste. Mittlerweile setzt man Musik aus Dateien, Loops und ähnliches zusammen, das ist bei jungen Leuten eben im Trend … deshalb ist alles elektronischer geworden. Ich hoffe, das ändert sich irgendwann.

entertaim.net: Für junge Nachwuchsbands im Bereich Metal oder Rock ist es auch sehr schwer, weil der Markt dicht ist und man auch nicht mehr wirklich Geld damit verdienen kann.

Tommy: Das stimmt. Außerdem ist es zu leicht für den Konsumenten, an neue Musik mit dem Computer zu kommen. Früher musste man zu Konzerten gehen oder in den Plattenladen gehen. Jetzt sitzt die Jugend am Computer und weiß häufig nicht zu schätzen, welche Opfer die Bands überhaupt aufbringen mussten, um ein Album aufzunehmen …

entertaim.net: Mir fehlt bei den unzähligen Veröffentlichungen die Magie. Ich kann mich gut daran erinnern, dass man sich in den 80ern darauf gefreut hat, dass die Lieblingsbands endlich ein neues Album rausbringen und man war völlig aufgeregt. Das ist heute kaum noch der Fall.

Tommy: Richtig. Glücklicherweise haben wir eine Fanbase, die unsere Musik wertschätzt und tatsächlich der Veröffentlichung entgegenfiebert. Das ist dann schon sehr cool.

entertaim.net: Ihr habt 10 Studioalben?

Tommy: Ich glaub schon, aber ich bin mir nicht sicher. Einige sagen 9, andere 10. das erste war eine EP … also irgendwas in der Art (lacht).

entertaim.net: Wenn man schon so lange dabei ist, fühlt man immer noch die Energie, wenn man die Bühne betritt oder ist es nur ein Job?

Tommy: Natürlich gibt es Ups und Downs wie in jedem anderen Beruf auch und man ist sicherlich nicht immer bei jeder Show in totaler Spiellaune, aber im Grunde ist es immer noch cool. Es gibt Menschen, für die ist jeder Arbeitstag ein Montag (lacht) – das ist bei mir nicht der Fall, wenn man die Bühne betritt, dann überwiegen ganz klar die Höhepunkte. Es ist immer wieder schön, wenn man es schafft, dass die Fans eine gute Zeit haben und Spaß haben.

entertaim.net: Was gibt es 2015?

Tommy: Wir kommen wieder im April 2015 mit einem Coveralbum im Gepäck. Dann werden wir viele Sachen insbesondere aus dem Bereich Hardcore covern … u.a. die Butthole Surfers, Killing Joke aber auch Neil Young. Wir haben da interessante Tracks ausgewählt. Wird eine coole Sache.

entertaim.net: Tommy, vielen Dank und viel Spaß bei der Show.

Tommy: Ales klar.