POP EVIL / Metal verbindet – der Weg nach Europa

POP EVIL bei entertaimnet

„ONYX“ erreichte in den US-Charts bereits Platz 39 und seit der Deutschland-Tour mit Five Finger Death Punch haben POP EVIL aus den USA Deutschland als neues Lieblingsland und neuen Markt entdeckt. Wir sprachen mit Sänger Leigh Kakaty anlässlich der Deutschland-Promo-Headliner-Tour.

Interview: Dennis Rowehl , Bild mit freundlicher Genehmigung von Pirate Smile.

entertaim.net: Hallo Leigh, Ihr seid gerade auf einer Deutschland-Promo-Tour mit einigen Shows als Headliner. Wie läuft’s?

Leigh Kakaty: Super, Deutschland ist ein super Pflaster für Metal. Die Leute kannten unsere Songs und Texte und haben mitgesungen. Deutschland ist klasse. Mir gefällt die Art und Weise, wie dankbar die Fans die Musik hier aufnehmen. Für uns ist es das zweite Mal. Wir haben beim ersten Mal als Support von Five Finger Death Punch gespielt. Da ist uns bereits aufgefallen, wie cool das Publikum hier in Deutschland ist.

entertaim.net: FFDP … ich hab schon mal mit Ivan und Zoltan Party gemacht (lacht), das war sicher eine interessante Tour?

L.K.: (lacht) Absolut! Aber für uns als Support war es natürlich auch eine super Sache, weil wir viele neue Fans dazugewonnen haben. (…) und feiern können die Jungs von FFDP (lacht).

entertaim.net: Als relativ junge Band ist es mittlerweile sehr schwer geworden, sich Gehör zu verschaffen, weil es einfach zu viele Bands gibt. Soziale Netzwerke sind einerseits gut, um sich selbstständig verbreiten zu können, andererseits machen genau das auch die anderen. Wie geht Ihr damit um?

L.K.: Das ist natürlich ein beschwerlicher Weg und wir spielen unzählige Shows und treten natürlich mit unseren Fans in sozialen Netzwerken in Kontakt. Wichtig war sicherlich, dass wir die Chance hatten, mit großartigen Bands aufzutreten, die ihrerseits eine Menge Leute ziehen. Nach dieser Mini-Tour werden wir bis Weihnachten noch weitere Gigs spielen und im nächsten Jahr ein neues Album angehen, was wir hoffentlich zeitgleich in den USA und Europa veröffentlichen können. Europa hat viel Spaß gemacht, das ist auf jeden Fall ein interessanter Markt für uns.

entertaim.net: In den USA ist Metal stark zurückgedrängt worden und große Bands lecken sich die Finger danach, auf europäischen, insbesondere deutschen Festivals aufzutreten …

L.K.: Die wirtschaftliche Situation hat sich in den USA verändert, dass nicht mehr so viel Geld für Konzerte vorhanden ist.

entertaim.net: Und trotzdem scheinen die Leute immer noch 100 Dollar für Miley Cirus und so’n Zeug auszugeben … aber keine 25 Dollar für ne gute Metal-Show …

L.K.: (schmunzelnd) Das stimmt leider, außerdem ist Hip Hop ein sehr großer Markt, was uns egal ist, denn es gibt immer noch viele junge Menschen, die Rock und Metal hören. Außerdem werden wir immer Rocker sein! Das ist unsere Einstellung und es interessiert uns nicht, was angesagt sein soll. Da kommt ja auch unser Bandname POP EVIL ins Spiel, dass es in dieser Pop-Musik gar nicht um die Musik geht, sondern einfach nur um Kohle.

entertaim.net: Ist vielleicht auch so ein grundsätzliches Phänomen der Jugend, dass man eher auf Hip Hop, Billig-EDM und DJs steht. Viele Jugendliche sind träge und es ist sicherlich anstrengender, ein Instrument zu lernen, als irgendwelche Laute auf vorgefertigte Beats zu „singen“ ..

L.K.: (lacht) … und das gefällt mir so an Deutschland, die Fans wertschätzen das, was wir machen und sind sehr respektvoll.

entertaim.net: Five Finger Death Punch haben auf dem Cover von „American Capitalist“ extremes Posing betrieben und sagten, es sei Zeit, das sich Rock die Chicks wieder zurückholt, wie es zu Zeiten von Mötley Crüe mal der Fall war, bis sich der Hip Hop dieses Klischees bedient hat. Das wäre doch auch was für euer neues Album?!

L.K.: Klingt gut, wer weiß?! Auf jeden Fall haben wir auch eine Nummer mit Mick Mars aufgenommen. Das ist doch schon mal ein Anfang (lachend). Mötley Crüe sind großartig und ein Gastspiel von Mick Mars war eine große Ehre für uns. Hat echt Spaß gemacht und der Track geht live super ab!

entertaim.net: Wäre es interessant für Euch, auch mal in Ost-Europa und Russland zu spielen? Erstens, weil dort Metal angesagt ist … und zweitens, damit in diesen Krisenzeiten die Russen sehen können, dass die Amerikaner nicht alle so sind wie Obama …

L.K.: Das stimmt, Musik verbindet und die meisten Amerikaner sind alles andere als Kriegstreiber. Es wäre eine sehr interessante Erfahrung für uns, in osteuropäischen Ländern und insbesondere in Russland auftreten zu können. Dann wird man sehen, dass wir nicht verschieden sind. Rock verbindet und bringt Menschen zusammen, Politik offenbar nicht. Wie gesagt, unsere Erfahrungen mit Europa sind überwältigend und da wollen wir unbedingt anknüpfen.

entertaim.net: Platz 39 in den US-Albumcharts mit „Onyx“, das ist ja schon mal ein vielversprechendes Signal in die richtige Richtung …

L.K.: (lachend) Absolut. Das motiviert natürlich!

entertaim.net: Dann genießt noch den Aufenthalt hier und wir sehen uns dann hoffentlich bei einer nächsten ausgedehnten Deutschland-Tour zum nächsten Album …

L.K.: Das hoffe ich auch und vielen Dank.