RÖKKURRO / Innra (Rökkurro Music/State 51)

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RÖKKURRO kommen aus Island – dem unerschöpflichen Quell interessanter Künstler. Man fragt sich wie es sein kann, dass aus den paar Hunderttausend Isländern ständig international beachtete Acts hervorgehen – in diesem Fall RÖKKURRO, die hier ihr 3. Album vorlegen – ihr erstes komplett englischsprachiges Werk.

Produziert vom renommierten Multi-Instrumentalisten Helgi Hrafn Jónsson, erwarten einen im Opener „Borders“ Sigur Rós (na klar!)-artige Sphären und Gesänge. Es muss am Einfluss der schroffen, einzigartigen isländischen Landschaft liegen, dass viele Künstler dort einen ähnlichen Ansatz wählen. Die sanfte, hohe Stimme der Sängerin Hildur Kristín Stefánsdottir (ich liebe diese isländischen Namen!) nimmt einen sofort gefangen – sie trägt dieses intensive, zwischen Björk und Radiohead angesiedelte Album, das eine Art synthetischen Folk zutage treten lässt.

Dabei legt die Band oftmals Wert auf ein ausgeklügeltes percussives Gerüst, wie es z.B. in „Weightless“ zu hören ist und erinnert deshalb auch manchmal an die Großtaten einer Kate Bush (auch in „Blue Skies“). Nicht alles ist direkt zugänglich, eher „artsy“ („Sigling“), entfaltet aber beim wiederholten Hören eine besonderen Reiz. „White Mountain” hingegen zeigt mit klassischem Piano und Vocals eine besondere melodische Klarheit, die der Band besonders gut steht. „The In Between“ ist ein kurzer, aber außergewöhnlich atmosphärisch-majestätischer Track, der sie nochmals auf den Pfaden der isländischen Überväter Sigur Rós zeigt. In seinen besten Momenten überzeugt die Band mit einem herausfordernden und gleichzeitig überwältigenden Soundkonzept. Wieder mal hat das winzige Island der Popmusik ein ziemlich einzigartiges Kollektiv geschenkt.

4/5

Martin