YOUR FAVORITE ENEMIES / Between Illness And Migration (Graphite Rec./Edel)

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Die Emorocker aus der kanadischen Indiepop-Hauptstadt Montreal veröffentlichen mit “Between Illness And Migration“ ihr 3. Album. Mit den ersten Werken konnten sie sich eine solide globale Fanbase erspielen – vor allem in Japan läuft es super, dort erlangte die Band durch die Arbeit am Soundtrack zum Computerspiel Dissidia: Final Fantasy große Bekanntheit. Groß angelegte Touren im asiatischen Raum und ein Japan only Release folgten. Deshalb heißt wahrscheinlich das noisige Intro des Albums auch „Satsuki Yami“! Es ist die Hinführung zu „Empire Of Sorrows“ – einem anfangs nach Postpunk a la 1982 klingenden, später zu einem treibenden Wave-Rock mutierenden Biest. „A View From Within“ schließt dann eher an neueren radiokompatiblen Poprock-Sounds an, während Songs wie „Where Did We Lose Each Other“ die Emokeule schwingen – große Melodien, traurige Inhalte. Insgesamt lebt das Album von der energetischen Herangehensweise, bei der die weitausholenden Gitarrenflächen auf Alex Fosters poetische Emo-Vocals treffen (man höre das 7 ½ minütige Epos „Underneath A Stretching Skyline“). Da es immer wieder noisige Feedback-Schleifen gibt (besonders im sich stets steigernden „Obsession Is A Gun“) ist der Geist von Sonic Youth nie weit.

Das Ganze wurde in einer katholischen Kirche komplett live aufgenommen (entwickelt sich langsam zum bevorzugten Aufnahmeort für sinnsuchende Musiker).Gemixt wurde es von keinem geringeren als Altmeister John Agnello, der schon mit Größen wie Sonic Youth, Dinosaur Jr, Kurt Vile oder Bob Dylan arbeitete. Warum der Mix dann allerdings so schwachbrüstig klingt, müsste man ihn mal fragen…

3,5/5

Martin