BLACK MOTH / Condemned To Hope (New Heavy Sounds/Noisolution)

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BLACK MOTH aus dem (noch vereinigten!) United Kingdom veröffentlichen mit „Condemned To Hope“ ein fettes Stoner-Doom-Heavy-Rock-Paket aus der guten Electric Wizard-Schule. Produziert von Bad Seeds/Grinderman-Drummer Jim Sclavunos – der bereits das letztjährige Debutalbum überwachte – werden mit dem Opener „Tumbleweave“ direkt fette Riffs durch die Anlage geschickt, die erstaunlich gut mit Harriet Bevans ausdrucksstarkem Gesang Hand in Hand gehen. Harriet hat gerade nicht eine typische Metal/Hardrock-Stimme, sondern erinnert in ihren besten Momenten eher an soulige 80er Jahre Sängerinnen und vor allem an die großartige Liela Moss von THE DUKE SPIRIT.

Überall wachsen derzeit die „Sabbath-Clones“ wild wuchernd aus dem Boden, an jeder Ecke schwingen langhaarige fransenjackengestärkte Hippies ihre Vintage-Amps auf die Club-Bühne – aber bei BLACK MOTH geht’s gottseidank nicht um eine billige Sabbath-Kopie, hier wird auf Höhe der Zeit gerockt. Die laute, klare Produktion von Sclavunos tut ihr Übriges dazu bei, dass dieses Album gar nicht so „retro“ klingt wie beispielsweise Kadavar oder andere Bands der Retro/Stoner-Welle. Man denkt oftmals eher an die 90er – Soundgarden wäre als Referenz zu nennen, oder das an Nirvana erinnernde „Looner“ – aber immer mit einem speziellen Punch obendrauf. Ungewöhnlich hier der 10. Titel „Slumber With The Worm“, in der Country Twang Gitarren auf Rock’n’Roll-Metal treffen – BLACK MOTH können auch anders! Die Band ist diesem Album definitv einen Schritt weiter gegangen und lässt den Gothic-Touch des Debuts fast komplett hinter sich. Ein Track wie „The Undead King of Rock and Roll“ (geiler Songtitel by the way) mit seinen doomigen Riffs kommt zwar dunkel und heavy daher – dennoch ist das ganze immer positiv gewendet, auch textlich. Erwähnenswert ist sicherlich das Cover-Artwork: niemand anderes als Roger Dean war hier am Werk, der schon in den 70ern legendäre Cover für Yes, Budgie oder Uriah Heep malte und einer der wichtigsten Vertreter der Sleeve-Art war und ist.

3/5

Martin