RICHIE KOTZEN / Zukunft, Gegenwart und ungeklärte Fragen

Richie Kotzen auf entertaim.net

„Und am Telefon hörte ich Richie Kotzen!“ Oh Mann, den konnte ich mir nicht verkneifen und natürlich stellte ich dem Supergitarristen die Frage nach seinem Nachnamen …. aber natürlich geht es um das neue Album „The Essential“ – eine Compilation, The Winery Dogs, Zukunftspläne …. und noch über die Sache damals mit POISON.

Interview: Dennis Rowehl / Bild mit freundlicher Genehmigung von Oktober Promotion

entertaim.net: Hi Richie, du hast ein neues Album … eine Compilation namens „THE ESSENTIAL“. Wie kam es zu der Idee, eine Art „Best of“ zu veröffentlichen?

R. K.: Im Grunde war es die Idee der Plattenfirma, als Reaktion auf die vielen neuen Fans, die ich mit der Tour mit THE WINERY DOGS gewonnen habe. Immer mehr Leute wurden durch die neue Band auf meine Solo-Scheiben aufmerksam, wussten aber aufgrund der vielen Alben nicht, wo sie beginnen sollten … und „The Essential“ ist ja so etwas wie ein Extrakt aus meiner Musik für alle, die mit meinen Soloalben nicht so vertraut sind … zur Orientierung. Und wenn es gefällt, kann man sich durch die Historie hören.

entertaim.net: Der erste Song, den ich von Dir gehört habe, war auf dem Soundtrack von „Bill & Ted’s Bogus Journey“ aus dem Jahre 1991. Und als ich deinen Nachnamen gelesen hate, musste ich unweigerlich schmunzeln … du weißt mittlerweile, was „Kotzen“ bedeutet?

R. K.: (lacht) Mittlerweile ja … „to vomit“ … ich bin mir aber nicht sicher, ob das nur nach überhöhtem Alkoholkonsum ist …

entertaim.net: … nee, grundsätzlich!

R. K.: Das ist bei Konzerten in Deutschland schon eine Art Running-Gag …

entertaim.net: Du bist seit langer Zeit auf Tour mit THE WINERY DOGS mit Billy Sheehan, veröffentlichst parallel deine Solo-Compilation. Was kommt als nächstes? Noch ein Solo-Album von Dir?

R. K.: (lacht) Ich habe mein neues Soloalbum bereits fertig. Wir beenden jetzt die Tour mit den Winery Dogs, dann werde ich mein „Essential“-Album live promoten … also mit einer ausgedehnten Tour, beginnend im September. Zum Ende des Jahres soll dann mein Soloalbum erscheinen und wenn alles wie geplant läuft, erscheint im nächsten Sommer das neue Album der WINERY DOGS mit anschließender Tour.

entertaim.net: Wow … Mann, du bist da echt beschäftigt. Wie schaffst Du dieses Programm?

R. K.: Man muss die Balance halten und es gibt ja auch immer wieder Auszeiten. Nach den abschließenden Gigs mache ich erste einmal einen Monat gar nichts.

entertaim.net: Wenn man so lange auf Tour ist, wird das auch mal langweilig?

R. K.: Nein, eigentlich nicht. Mit den Jungs macht es immer Spaß, anstrengend sind die Fahrten von Stadt zu Stadt, das ist für mich die eigentliche Arbeit. Die Shows selbst machen Spaß.

entertaim.net: Wie nutzt du die Zeit, wenn Ihr mal bei der Tour einen Day off habt?

R. K.: Kommt ganz darauf an, wo man ist und wie man sich fühlt. Mal geht man auf Tour oder schaut sich die Stadt an, manchmal hängt man auch einfach nur ab und schläft … oder spielt Gitarre.

entertaim.net: Wie schreibst du Songs … erzwingst du sie, wenn ein neues Album ansteht oder kommen die Ideen auf dich zu?

R. K.: Das variiert. Manchmal habe ich eine komplette Melodie im Kopf, manchmal auch nur eine Bass-Line, aus der dann ein Song wächst. Oft entsteht zuerst die Musik, es kann aber auch anders sein, das mir eine Textidee, ein Konzept im Kopf herumschwirrt und daraus dann der komplette Song entsteht.

entertaim.net: Du hast damals bei POISSON gespielt – die „Native Tongue“-Zeit – und da gab es damals so merkwürdige Gerüchte über den Rauswurf, der aber hierzulande kaum noch Aufmerksamkeit weckte, da Glam-Metal plötzlich out war und man sich nur noch für Grunge und so’n Zeug interessierte. Daher meine Retro-Frage an Dich, um die Details aus erster Hand zu bekommen. Du hattest was mit der Freundin von Rikki Rockett … ?

R. K.: Wow, das ist lange her … ja, es hat sich so ereignet, aber ich was damals wirklich in sie verliebt und die Konsequenzen waren mir völlig egal. Aber so dirty, wie es in der amerikanischen Presse dargestellt wurde, war es nicht. Ich habe damals das persönliche Gespräch mit Rikki gesucht, aber dennoch hat man sich dazu entschieden, sich von mir zu trennen, was natürlich nachvollziehbar ist, aber es war mir egal. Wir haben geheiratet und eine Tochter bekommen … und sie ist mittlerweile 17 (lächelnd).

entertaim.net: Du bist nu so lange im Geschäft. Kann Dich noch etwas wirklich beeindrucken oder gibt es noch die ultimative musikalische Herausforderung?

R. K.: im Ernst, ich habe in meinem Leben niemals wirklich zurückgeblickt, es sei denn, ich werde direkt auf die Vergangenheit angesprochen .. wie gerade eben. Und ich denke auch nicht darüber nach, was als nächstes passieren kann. Keiner weiß, was als nächstes kommt. Ich genieße den Augenblick. Herausforderung? Es geht für mich im Leben darum, viele Erfahrungen zu machen. Diese Erfahrungen sind der Input und ohne Input gibt es keinen musikalischen Output. Ich versuche, stets aus Erfahrungen zu wachsen und besser zu werden.

entertaim.net: Vielen Dank, Richie … gibt es noch etwas, was Du gerne eränzen möchtest?

R. K.: Ja, vielen Dank an Deutschland. Deutschland ist ein großartiger Markt für die WINERY DOGS und mein Solo-Ding. Das Publikum wertschätzt die Musik wirklich, das ist großartig. Ich bin Euch dankbar für Eure Unterstützung!

entertaim.net: Vielen Dank und vielleicht bis bald, wenn Du auf Tour bist!

R. K.: Danke auch …