QUEEN / LIVE AT THE RAINBOW 74 (Virgin)

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Wenn einem zu Weihnachten kein gutes Geschenk einfällt, muss immer irgendein Queen-Greatest-Hits-Album herhalten … davon gibt es ja auch reichlich … aber Weihnachten ist ja noch eine Weile hin und dennoch gibt es ein quasi neues QUEEN-Album, … was daran liegen könnte, dass „Live at the Rainbow 74“ eben kein Mainstream-Geschenk für Mainstream-Hörer ist, sondern ein Leckerbissen für Musikhistoriker und ECHTE QUEEN-Fans und nicht für diejenigen, die „Radio Ga Ga“ oder „Who wants to live forever“ ganz toll finden. Dieses Doppelalbum enthält zwei Shows aus dem Jahre 1974, als Queen gerade mal die ersten drei Alben bis „Sheer Heart Attack“ veröffentlicht hatten. Somit enthält dieses Live-Spektakel noch keine wirklichen Hits, aber dafür die abgefahrenen Erstwerke zwischen Variete‘ und hartem Rock. Kaum eine Band spielte derart mit unterschiedlichen Stilrichtungen, sodass man „Big Splender“ mit „Jailhouse Rock“ kombinierte. Die besondere Art des Songwritings ist bereits in den Erstwerken erkennbar, ebenso der unique Sound und die Unverwechselbarkeit jedes der 4 Mitglieder, allen voran natürlich Freddie Mercury (damals noch mit langer Matte)! Dieses Doppelalbum stellt eine imposante Zeitreise in die Welt des Rocks dar und es ist überwältigend, wie die blutjungen Jungs von Queen an Professionalität und Abgefahrenheit bereits damals kaum zu überbieten waren. Interessant ist übrigens auch ein Bild des Originalticket mit dem Eintrittspreis von NUR EINEM englischen Pfund! Unglaublich! Ein Muss für jeden Queen-Fan, (…) und völlig ungeeignet als Weihnachtsgeschenk für einen x-beliebigen 0815-Hörer🙂 … Bohemian Rhapsody stand noch in den Sternen! Ein musikalisches und historisches Meisterwerk … ach übrigens … die Shows bis zum März 1974 beendete man offensichtlich noch NICHT mit dem Outro „God save the Queen“. Wieder was dazugelernt … Mir hat diese Zeitreise gefallen, die Songs, die man nur von den Studioaufnahmen kannte und später niemals mehr live zu hören bekam, tatsächlich mal auf der Bühne und ziemlich hart gespielt zu hören. Ein Hoch auf einer der coolsten Rockbands, die niemals wirklich in eine Schublade passte, denn diese Band gab offensichtlich nichts auf Konventionen und zog ihr Ding auf eine besondere und eigene Art und Weise durch …. Oper, Variete bis irgendwie Metal … und das bereits zu Gründerzeiten. God save the Queen!

5/5

Dennis