STRAND OF OAKS / Heal (Dead Oceans/Cargo)

Strand of oaks by Martin Hannig

Timothy Showalter nennt sich STRAND OF OAKS und brettert auf dem weitgehend selbst eingespielten  „Heal“ durch die Alternative-Countryrockgeschichte, dass es eine wahre Freude ist. Jim James trifft auf Bruce Springsteen plus Dinsosaur Jr. – nicht umsonst spielt J Mascis seine unverkennbare Gniedelgitarre im Opener „Goshen 97“. Das wunderbare siebenminütige „JM“ ist ein auf Neil-Young-Pfaden ein bewegender Tribut an den unvergessenen Singer/Songwriter Jason Molina (Songs: Ohia). „Same Emotions“ hat irgendwie einen catchy Bee Gees-Disco-Chorus mit fetten E-Drums und einem ausufernden Synth-Gitarrensolo. Der bärtige langhaarige Showalter springt hier zwischen den Genres hin und her, wie es nur ein sehr talentierter Musiker kann. „Wait For Love“ zum Schluss hat am Anfang die gleiche Melodie wie U2s „Sunday Bloody Sunday“ – Zufall, Absicht? Aber auf jeden Fall grandios. Wie das ganze Album was für mich in der Jahresendabrechnung 2014 ganz oben stehen wird. Toller Typ. Seine Lyrics sind extrem persönlich und bewegend, die Musik einzigartig. Die Geschichten die zu dem Album erzählt werden kann man googlen – der Autounfall am Tag, als das Album gemixt werden sollte, ist nur eine davon. Wenn Selbsttherapie dann solche erhebende Musik zeitigt – Hut ab!

5/5

Martin Hannig