Roskilde Festival / CAMP AID / gegen Camping Ex und Hopp-Mentalität

Roskilde Festival bei entertaim.net

Zelte, Zelte, nichts als Zelte – so wie auf diesem Foto in Roskilde sieht es auf vielen Festivals aus. Eine Unsitte greift neuerdings nicht nur beim Roskilde Festival (RF) immer stärker um sich: die Ex und Hopp Mentalität macht auch vor dem Bereich der Camping-Ausrüstungen nicht mehr halt. Ganze Zelte, durchaus hochwertig, samt Inhalt (Schlafsäcke, Stühle) werden schlicht auf dem Campingplatz liegengelassen – aus reiner Faulheit.

Dem RF ist dieses Treiben natürlich nicht verborgen geblieben, hatten sie doch in letzten Jahren mit immer weiter steigenden Müllbergen nach Abreise der Gäste zu kämpfen. So gibt es nun die Kampagne CAMP AID. Festivalbesucher werden gefragt, was sie mit ihrer Ausrüstung machen werden. Wollen sie sie mit nach Hause nehmen oder gleich an Ort und Stelle spenden? Es gibt in der Tat viele Menschen, die diese Sachen nach einmaligem Gebrauch sehr zu schätzen wissen.

Camp Aid ist eigentlich eine Abfall-Kampagne, die helfen soll, kaum benutzte Campingausrüstung – in der Regel Markenartikel – an Bedürftige weltweit zu verschenken.  „Wir haben inzwischen 60 Freiwillige, die uns helfen, Zelte und Campingartikel zu sammeln, um sie für einen guten Zweck zu spenden“, so Co-Koordinatorin Camilla Nielsen-Englyst zu entertaim.net. „Vieles von dem, was hier weggeworfen wird, sind wirklich sehr, sehr gute Sachen. Wir wollen diese Wegwerf-Kultur bekämpfen.“
Festivalgäste können durch das Spenden der Gegenstände zum Beispiel Syrien unterstützen, oder Uganda oder Osteuropa; auch Obdachlose in Dänemark und Gruppen für benachteiligte Kinder und Jugendliche freuen sich darüber.

CAMP AID setzt ganz klar den Fokus auf Nachhaltigkeit und hat damit nun einen Umweltpreis in Dänemark gewonnen: „Das Wichtigste ist die Förderung durch diesen Preis, so dass die Kampagne als seriöse strategische Aktion von seiten des Roskilde Festivals gelten kann“, so Camilla. „Wir wollen nicht nur eine einmalige symbolische Aktion sein!“

 

Ein Bericht von Martin Hannig, Bilder mit freundlicher Genehmigung vom Roskilde Festival