BLACK STONE CHERRY / THE PSYCHEDELIC TRIP

Black Stone Chery bei entertaim.net

Die Jungs sind bodenständig und musikalisch so richtig cool! Mit „Magic Mountain“ gibt es nun das vierte Album, bei dem es wieder stärker in Richtung 70s-Rock geht. Anlässlich der Veröffentlichung telefonierte ich mit dem sympathischen Kultdrummer John Fred, um über das aktuelle Album und das Leben als auf dem Teppich gebliebner Rock Star zu plaudern.

Interview: Dennis Rowehl / Bild mit freundlicher Genehmigung von WARNER – Bild von Ash Newell

entertaim.net: Hi Jon Fred, wie geht’s Dir? Fangen wir mal mit der Standardfrage an … seid Ihr mittlerweile Millionäre?

John Fred: (lacht) Hi, mir geht’s klasse! Ob wir Millionäre sind … wir arbeiten daran (lacht). Im Ernst, wir sind Musiker und leben von dem, was wir lieben. Die Alben erreichten gute Platzierungen, aber es geht nicht ums Geld. Wir haben mit Black Stone Cherry die Möglichkeit, viel zu reisen, viel kennen zu lernen und überall live zu spielen. Das ist einfach das größte für uns. Ich hätte vor 10 Jahren niemals damit gerechnet, irgendwann nach Europa zu fliegen, um dort zu spielen. Und das machen wir jetzt schon eine ganze Weile. In diesem Jahr spelen wir Festivals wie „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ und im Herbst gehen wir auf Tour. Das ist einfach ein Traum und mit Geld nicht zu bezahlen. Wir sind vielleicht die einzige bekannte Rock’n’Roll-Band, die noch bei den Eltern wohnen (lacht).

entertaim.net: Beim letzten Mal hattest Du von Eurem Schuppen / Haus erzählt, was Deinem Opa oder so gehörte und wo Ihr immer probt. Gibt es das noch?

John Fred: Aber sicher doch, es liegt ein paar Kilometer von meinem Wohnhaus entfernt und dort proben wir nach wie vor. Ein Haus mit großer Tradition (lacht).

entertaim.net: Das neue Album trägt den Titel „Magic Mountain“, Ihr seid doch nicht etwa vom Freizeitpark in L.A. inspiriert worden, oder?

John Fred: (lacht) Neee. Erst kam der Song, der aber mit dem Park rein gar nichts zu tun hat … und nach diesem Song haben wir das Album benannt.

entertaim.net: Es fällt auf, dass es weniger kommerziellere Radiosongs wie „I roll“ gibt und auch weniger Heavy Nummern wie „Killing Floor“ … statt dessen mehr 70er Psychedelic Southern Rock. Wie kam es zu dieser Entwicklun, obwohl man natürlich sagen muss, dass Ihr immer schon diesen Southern Touch hattet?

John Fred: Psychedelic Southern Rock?! Gefällt mir! (lacht) Wir sind ja mit den alten Blues-, Blue Grass- und Southern Rockbands aufgewachsen und diese Bands inspirieren uns nach wie vor. Wir spielen schon so viele Jare, da entwickelt man sich natürlich auch weiter. Als wir unser Debüt aufgenommen haben, waren wir noch jung und unerfahren und mein Dad hat uns bei den ersten professionellen musikalischen Gehversuchen unter die Arme gegriffen. Beim zweiten Album „Folklore and superstition“ konnte man unsere Southern Wurzeln absolut spüren und wir haben uns beim Songwriting stark weiterentwickelt. Beim dritten Album haben wir mit vielen Co-Komponisten zusammengearbeitet, damit das Album radiotauglicher wurde. Das war sicherlich eine sehr interessante Erfahrung, aber beim aktuellen Album haben wir wieder uneingeschränkt das gemacht, was uns ausmacht. Joe Baresi hat das Album produziert und es war wirlich inspirierend, wie er mit uns gearbeitet hat und uns auch neue Wege gezeigt hat. Was mir am neuen Album besonders gefällt ist die Authentizität und die Tatsache, dass wir mit einer alten bandmaschine aufgenommen haben. Nichts wurde komprimiert, kein Drum-Editing … eine sehr emotionale, ehrliche und echte Produktion, die von der Dynamik lebt, dass hin und wieder die Gitarren eben nicht synchron sind. Das Album klingt wirklich sehr natürlich.

entertaim.net: Auch das Cover stellt in gewisser Hinsicht mit den psychedelischen Farben ein Novum dar …

John Fred: Das stimmt. Jon, unser Basser, kennt sich gut mit Photoshop aus und wir haben noch viel mit Farben herumgespielt, bis wir zu diesem Ergebnis kamen. Vielleicht sind wir da auch ein wenig vom Album „Climbing“ von MOUNTAIN inspiriert worden.

entertaim.net: Ihr habt eine organisch steile Karriere hinter und hoffentlich auch vor euch. Entsteht da seitens des Labels oder vielleicht auch von eurer Seite selbst eine Art Druck, dass das nächste Album unbedingt erfolgreich sein muss?

John Fred: Ehrlich gesagt war das Arbeiten am neuen Album sehr entspannend. Beim letzten Album „Devil and the deep blue sea“ gab es diesen Druck, dass wir es unbedingt ins Radio schaffen mussten, weshalb es auch zu den Co-Autoren kam, die einige Songs auf Radiotauglichkeit trimmen sollte. Mittlerweile hat das Team, das für uns verantwortlich ist, gewechselt und das neue Team bei Warner glaubt an uns und ließ und freie Hand, das zu machen, was wir am besten können. Wir sind mit dieser Situation natürlich sehr zufrieden. Und ehrlich gesagt sind wir nicht unbedingt die Band, die unbedingt ins Radio passt, wir sind vielmehr eine wahrhafte Live-Band, die auf die Bühne gehört! Wir klingen nicht wie irgendeine andere Band, sondern wir klingen wie Black Stone Cherry … und das bringen wir live am besten rüber.

entertaim.net: Wird das neue Album auf Vinyl erscheinen?

Jon Fred: Das hoffe ich doch sehr. Es gibt so viele digitale Medien, aber nichts kommr an die ursprüngliche Platte heran! Ich selbst höre auch am liebsten Platte und sammel auch.

entertaim.net: John Fred, ich hoffe, wir sehen uns im Herbst noch mal auf ein Bierchen.

John Fred: Das wäre cool. Ich liebe Köln. Euern Dom, der ist schon wirklich überwältigend!

entertaim.net: Dann viel Erfolg mit der neuen Platte und bis bald.

Jon Fred: Danke sehr. Wir sehen uns!

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