SEPTEMBER GIRLS / Cursing The Sea (Fortuna Pop!)

September Girls bei entertaim.net

Aus Dublin stammt diese All-Girl-Band – 2011 gegründet, seitdem die Szene mit Shoegaze-Garage-Powerpop aufmischend. Die Girls haben schon diverse EPs in  kleiner Auflage veröffentlicht – einige Songs finden sich hier wieder.  Sie selbst nennen es „fuzzy noise-pop with lots of reverb and loud drums”. Ok die Drums sind eher verhallt, aber Reverb  und Fuzz dominieren den Sound, als wären Jesus & Mary Chain nie von uns gegangen. Das Album strahlt einen gewissen low fi Charme aus, der Sound ist rauh und die Songs überzeugen weitgehend, wenn man die schönen Melodien wahrnimmt, die dem Distortion-Lärm und der Fuzz-Nebelwand entfliehen können. Dazu passen die durchweg mit viel Echo unterlegten Vocals. Toll gelungen ist besonders  „Green Eyed“, das mit einer Interpol-artigen Gitarrenmelodie und einer daruntergelegten schweren Orgel überzeugt. Gleich danach das repetetive, anfangs an Krautrock erinnernde „Ships“ – ein up tempo Beat,  und wunderbare reverb-Gitarren – während die Vocals weit hinten kaum verständlich auftauchen, auch hier an Jesus & Mary Chain erinnernd. Das catchy „Talking“ könnte von den Drone-Königen Wooden Shjips sein  – so hören sich Orgel und Gitarre zumindest an.

Dieses Album wurde fernab jeglicher Charts-Ambition aufgenommen – ein völlig eigenständiger Sound, den die September Girls hier liefern. Gerade deshalb eine Empfehlung an alle die mit Shoegaze was anfangen können und Jesus & Mary Chain nicht vergessen haben.

3/5

Martin Hannig

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