YUCK / Glow And Behold / Caroline (Universal)

Yuck auf entertaim.net

„Sunrise in Maple Shape“ heißt das erste Stück auf dem zweiten Album von YUCK, der britischen Indie-Schrammel-Gitarren-Hoffnung – mit einem dengelnden gleichförmigen Instrumental ein Album zu eröffnen, ist mutig.  Nach dem international viel beachteten Debut  2011 wurde auch schon ein Achtziger-Gitarren-Revival ausgerufen – allerdings folgten YUCK nicht viele Bands auf diesem Trip. Aber da einige Altvorderen wie J. Mascis einfach weitermachen, fällt das gar nicht groß auf… Was aber auffiel bei YUCK: Daniel Blumberg, Sänger und Songwriter der Band, verließ YUCK letztes Jahr, um ein eigenes Ding zu starten (HEBRONIX). Ungewöhnlich, gerade wo’s richtig losgeht, haut er in den Sack. Was ist YUCK ohne ihn wert? Hier geht’s glücklicherwiese erstmal um Gitarren, in all ihrer klingelnden und rauschigen Schönheit – das war auch früher schon so, so dass der Abgang des Mr. Blumberg zumindest mir nicht auffällt, singt doch Max Bloom genau so, wie man es bei dieser Musik erwarten darf. Na klar, schon bei dem herrlich melodischen „Out of Time“ muss man an DINOSUAR JR. denken, an die jüngeren SEBADOH oder auch an PAVEMENT Insgesamt klingt YUCK aber nicht mehr so noisig, ihre Melodien sind jetzt offensichtlicher. Wie damals bei TEENAGE FANCLUB… Und bei „Lose my Breath“ hat der großartige FANCLUB 100% Pate gestanden – solche Gitarrenmelodien samt Ohrwurm-Chorus kennt man ja nur von denen. Shoegazermäßiges geht nun auch (“Memorial Fields”), was der Band ganz gut steht.  „Rebirth” und “Somewhere” verbleiben dann ebenfalls im traumhaften, verhallten, können aber nicht so überzeugen wie die ersten Songs – während „Nothing New” dann gar etwas gelangweilt klingt. Aber insgesamt eine schöne Spätherbst-Platte! Kamin anzünden (oder Heizung  aufdrehen) und YUCK hören!

Martin Hannig

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