A DAY TO REMEMBER / COMMON COURTESY (ADTR Records)

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Und täglich grüßt das Murmeltier! Ob Metalcore, Pop-Core, Post-Hardcore, Post-Metalcore oder Kommerz im Metal-Gewand … Metalcore und dessen Derivate stecken auf jeden Fall in einer Krise, denn spätestens nach dem letzten enttäuschenden Trivium-Album mit absoluter Kommerzorientierung fällt auf, dass nicht mehr viel Neues möglich ist. Auf der einen Seite werden Sound und Erfahrung sowie spielerische Qualität besser – auf der anderen Seite hört man leider wenig Neues, was die Songs betrifft. Hier ein wenig 30 Seconds to Mars, melodische Hooklines aus dem American Alternative bis Spring-Break-Punk mit Sing-along-Refrains und natürlich akzentuierte Brachialteile zumeist in Strophen, wobei insbesondere eben diese harten Parts überzeugen. Natürlich ist die Mucke nicht schlecht und ADTR aus Florida haben einige Jährchen Erfahrung auf dem Buckel; dennoch hat man bei vielen Songs das Gefühl, alles irgendwie schon irgendwo gehört zu haben, bis dann ab Song 6 mit „I’m already gone“ beinahe eine waschechte Simon & Garfunkel-Ballade (für’s Radio) folgt. OMG oder: Na, das ist dann mal eine Überraschung. Wenn man als Band sein Geld mit der Musik verdienen will, bleibt einem vermutlich keine Möglichkeit, um eine Welle abzureiten, solange sie den Strand noch nicht ereicht hat und dann bricht, aber bei dieser Flut an Combos in dieser Sparte fehlt es mir persönlich an der individuellen Note, wenngleich Bands von ADTR bis Escape The Fate sicherlich was zu bieten haben, aber Gänsehaut wollte bei der Aneinanderreihung musikalischer Spartenklischees nicht wirklich aufkommen. Nach dem härteren „Violence“ folgt wieder College-Rock … nett und gut gemacht … aber dann doch ebenso bedeutungslos. / Andererseits könnte ich aber auch schreiben, dass ich es hier mit einem spätsommerlichen Album aus Florida im Segment Alternative zu tun hätte …. und ebenso könnte diese Beschreibung passen. Hin und wieder Härte, dann aber auch zuckersüße Songs für Mädchen wie „I surrender“. Ein Qualitätsurteil reicht sicherlich von 3 – 4,5 Punkten, hängt natürlich auch davon ab, was man so erwartet. Radiotauglich ist die neue CD und da kann mal sagen: Jedenfalls ist es kein Hip Hop, sondern Musik 🙂 Das songweise Wechselspiel aus Metalcore (für die Knaben) und Gitarren-Pop (für die Mädels) zieht sich dann allmählich durch die gesamte CD, ein richtiges Teenager-Album! Aber wenn sich der Nachwuchs schon ein Album kauft, dann lieber „Common Courtesy“ als Bushido!

3 – 4,5 / 5

Dennis