ORCHID / PANDEMONIUM ALIVE

Orchid bei entertaimnet

Die Mächte des Wahnsinns haben es den Rockern aus Frisco angetan: Charles Manson, umgedrehte Kreuze und DOOM … mmhh, stellt sich die Frage, ob alles so ist, wie es scheint. Ist Orchid wirklich eine Doom-Metal-Band und was steckt hinter den abgefahrenen T-Shirt-Motiven. Ich sprach mit einem Teil der Band, um die Wurzeln zu ergründen.

Interview mit Gitarrist Mark Thomas Baker und Drummer Carter Kennedy, Foto mit freundlicher Genehmigung von Brainstorm Music Marketing.

entertaim.net: Willkommen in Deutschland. Wie oft habt Ihr schon hier gespielt?

Carter: Vielen Dank. Ähh .. ich glaube, das ist jetzt das fünfte Mal. Deutschland ist unglaublich. Es macht hier immer wieder Spaß.

entertaim.net: Das aktuelle Album „Mouths of Madness“ läuft sehr gut hier, richtig?

Mark: Absolut. Wir arbeiten jetzt mit Nuclear Blast zusammen und es läuft wirklich super.

entertaim.net: Am Merchandise-Stand hab ich gerade noch T-Shirts von Euch gesehen mit umgedrehtem Kreuz, Charles Manson. Das wird immer gerne von den Medien mit Okkultismus etc. in Verbindung gebracht. Seid Ihr religiös?

Mark: Nein, nicht im Geringsten. Ich denke agnostisch trifft es besser (lachend).

Carter: Ich bin der Buddhist …

Mark: Spirituell, aber nicht christlich …

entertaim.net: Wenn man sich das Cover von „The Mouths of Madness“ betrachtet, woher stammen die Inspirationen? Vom Carpenter-Movie?

Mark: Theo bekommt seine Ideen von überall her, er schrieb auch den Text zu „The Mouths of Madness“. Natürlich kennt er den Film, aber dieser hat den Song oder das Album in keinerlei Weise beeinflusst. Es geht in dem Song um eine Person, die wir kennen …

Carter: … und um dieses ganze Drumherum mit Social Media und Social Networks, dass sich die Leute immer stärker in diesen Netzwerken herumtreiben und dabei ihre eigene Identität und ihr eigenes Leben verlieren. Sie leben ihr komplettes Leben online, das sind ebenfalls Mächte des Wahnsinns.

entertaim.net: Das Albumcover hat mich spontan an „The Headless Children“ von WASP erinnert …

Mark: Ha, du hast nicht Black Sabbath erwähnt … COOL (lachend)! Das ist mal ein neuer interessanter Vergleich!

Carter: (lachend) Obwohl, Gesangsähnlichkeiten hat schon mal jemand erwähnt.

entertaim.net: Bei Wikipedia heißt es, Ihr seid eine Doom Metal Band. Ist das so?

Carter: Das ist irgendwie lustig, dass man uns eine Doom Metal-Band nennt, obwohl es sich weitgehend geändert hat. Man nennt uns eigentlich mehr eine Retro Rockband und nicht mehr Doom.

Mark: Wir haben schon einige langsame und doomige Tracks, aber live sind wir sehr energiegeladen und mehr up-tempo, das bedeutet, dass viele auch behaupten, dass wir den typischen 70er-Jahre-Arena-Rock spielen. Theo ist sicherlich stark beeinflusst durch die alten Black Sabbath-Alben mit Ozzy, ich selbst bin nicht mit Black Sabbath aufgewachsen, denn in meiner Kindheit war Ozzy bereits solo unterwegs: „Diary of a Madman“ und „Blizzard of Ozz“.

entertaim.net: Welche Musiker haben Euch musikalisch beeinflusst?

Mark: Mich persönlich? Als ich anfing, Gitarre zu spielen, waren es vor allem Michael Schenker, Ritchie Blackmore und natürlich Randy Rhoads. Erst später bin ich zu Led Zeppelin gestoßen und ein echter Verehrer geworden.

Carter: Bei mir waren es KISS und natürlich Led Zeppelin und John Bonham!

entertaim.net: Was glaubt Ihr, warum gibt es so einen großen Hype um den 70er-Rock? Vor allem auch außerhalb Amerikas, wo Classic Rock immer eine große Bedeutung hatte?

Mark: Zum einen bewegt sich Musik natürlich in Zyklen, dass alles irgendwie irgendwann wiederkommt. Auf der anderen Seite liegt es vielleicht auch daran, dass Metal immer extremer, brutaler und härter wird und es eigentlich auch nicht mehr viel extremer werden kann. Teilweise hört es sich wirklich nach Krach an, sodass viele Fans wieder zurückrudern.

Carter: Das führt dazu, dass man sich auch wieder den Klassikern zuwendet.

Mark: Vielleicht werden Leute mit zunehmendem Alter entspannter und sind nicht so wütend wie mit 20, dann braucht man auch keine wütende Musik und hört mehr Hard Rock, Jam-Musik und so weiter.

Carter: Ich spiele zuhause auch noch in einer Coverband … 70s-Rock (lacht)

entertaim.net: 70er? Warum? (lacht)

Carter: Weil es die beste Zeit bezüglich Rockmusik war (lacht)! Die 80er sind nicht so mein Ding.

entertaim.net: Nun zur letzten Frage. Was passiert als nächstes?

Carter: Ein neue Album!

Mark: Richtig, wir haben bereits an neuem Material geschrieben. Wenn wir die Tour beendet haben, werden wir die nächsten Monate damit verbringen, die Aufnahmen zu finalisieren.

entertaim.net: Wie werden die neuen Songs klingen?

Mark: Das kann man erst dann sagen, wenn die Songs tatsächlich aufgenommen worden sind. Wir versuchen natürlich, uns ständig weiterzuentwickeln, aber es wird sicherlich der typische Orchid-Sound sein.

entertaim.net: Ich bedanke mich und weiterhin viel Erfolg.

beide: Vielen Dank ….

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