THE LONE BELLOW / The Lone Bellow (Descendant / Sony)

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Fleetwood Mac trifft Mumford & Sons – zumindest der erste Song von THE LONE BELLOW  lässt sich am Besten so umschreiben. Das selbsternannte „Brooklyn-Country“-Trio aus New York überrascht schon im Opener „Green Eyes & A Heart Of Gold“ mit einem unglaublich eingängigen Chorus und ausufernder rockiger Instrumentierung, was auch Mick Fleetwood in seiner kreativen Hochzeit 75/76 nicht besser hinbekommen hätte. Danach wird’s dann aber ruhiger und getragener. Zach Williams schrieb die meisten Songs, und ähnlich wie bei Marcus Mumford spürt man die brennende Leidenschaft und das Dringliche seiner Musik. Williams schrieb einige dieser Songs nachdem seine Frau schwer verunglückte und sie infolgedessen vom Hals abwärts gelähmt war. Dieser emotionale Ausnahmezustand, dieses Bangen und Hoffen,  führte ihn zu seinen tiefen und leidenschaftlichen Songs, die hier im Mittelpunkt stehen. Glücklicherweise erholte sie sich wieder – und THE LONE BELLOW können nun durchstarten. Ich denke, ohne diesen Hintergrund kann man die Songs nicht verstehen, und kann man die eher traurige Grundstimmung des Albums nicht nachvollziehen. Vertieft man sich aber in die countryfolkgeschwängerte Atmosphäre des Albums wird man viele schöne Songs hören, die vor allem auch durch die wunderbar harmonierenden Stimmen der drei betören. Und manchmal schwingen sich THE LONE BELLOW gar in gospelseelige Höhen auf wie in „You Never Need Nobody“ – spätestens dann muss man sich wünschen, diese Band bald live zu sehen. Tolles Debut.

4/5

Martin Hannig

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