FRANZ FERDINAND / Right Thoughts Right Words Right Action (Domino)

Martin Hannig rezensiert Franz Ferdinand

Die Proto-Dandys von Franz Ferdinand lassen es nicht sein: was vor 10 Jahren mit “Take Me Out” explodierte, geht nun mit „Right Thoughts Right Words Right Action“ in die wohlverdiente Verlängerung! Die Schotten um Alex Kapranos lassen es wie immer ordentlich krachen – nur steht diesmal kein „Konzept“ hinter der Platte wie „ wir vertonen eine Nacht im Club“ – sondern es gibt schlicht und ergreifend zackigen funky ausgeschlafenen Franz Ferdinand-Pop-Indierock. Die geile Bassline auf dem Opener „Right Action“ (produced by Hot Chip!) führt zusammen mit den Trademark-Drums und den Nile-Rodgers-Disco-Gitarren gleich zu einem der besten Songs des Albums. „Evil Eye“ im Anschluss mit fetten Handclaps ist noch mehr Disco, und erinnert vor allem auch an Gang of Four – diese Konstante begleitet FF ja schon von Beginn an. Infektiöser Pop. Glücklicherweise bleiben die Synths diesmal meist im Schrank – das Vorgängeralbum „Tonight: Fanz Ferdinand“ hatte ja nicht zuletzt mit dem müden Synth-Sound zu kämpfen. Im Gegenteil: „Love Illumination“ mit Glam-Gitarre und dieser FF-Hookline im Chorus, die sie so gut können – auf diesem Album gibt s einfach die typischen FF-Melodien zuhauf! Selbst wenn es herrlich beatle-esk zugeht wie bei „Fresh Strawberry“ (remember „Strawberry Fields“!): die Platte ist  „The last bastard of britpop“ – so Alex Kapranos über „Right Thoughts…“; und dieser Bastard begeistert einfach, weil jeder einzelne Song eine großartige Single abgäbe. Dieses Album kann man oft durchhhören, ohne dass es langweilig wird. Also: ein tolles Album, zweifellos. Und: das Pfeil-Cover hat was!

4/5

Martin Hannig