Hanni El Khatib / Head In The Dirt (Vertigo)

Hanni El Khatib / Head In The Dirt / Vertigo

Der vielbeschäftigte omnipräsente Dan Auerbach hat das zweite Album von HANNI EL KHATIB aus L.A. produziert und dem Nachwuchsrocker einen ordentlichen Schub verpasst. Natürlich sind die BLACK KEYS atmosphärisch nicht weit – Auerbach kann halt nicht aus seiner Haut. Das ist aber kein Problem, denn El Khatib hat genügend eigenen Songideen, um allein damit zu bestehen: der catchy Titelsong als Opener z.B. hat Hitpotential, es geht aber auch garagig Stooges-mäßig zu („Family“), zu dem El Khatib sagt: “This was one of those songs that we just hit record and ripped right through,” – genau so hört sich’s an! Er kann’s auch slow  heavy wie bei Black Sabbath Anfang der 70er („Pay No Mind“) oder auch mit der immer wieder guten leise-laut-Dynamik, die sich in einem tollen Chorus auflöst („Skinny Little Girl“).  Der patentierte Bo-Diddley-Beat auf 2 Akkorden kommt bei „Save Me“ zum Tragen – das geht immer! Was Dan Auerbach da mit Hanni El Khatib in seinem Studio in Nashville produzierte, ist ein hörenswertes, aufregendes Rockalbum – nicht mehr und nicht weniger. Die Referenzen sind reichhaltig, überall schimmert die Geschichte des Rock’n’Roll durch: zu den oben Genannten noch auf jeden Fall The Clash, The Equals, Blues, Garage, und natürlich Black Keys. Anspieltipp: Skinny Little Girl.

4/5

Martin Hannig