Changó / Schneeland (office4music.com/Finest Noise)

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„Der Florist“ heißt der Opener  – ein schweres Stoner-Riff und abwechslungreiche Drums geben den Weg vor. Das Trio aus dem Salzkammergut – sich selbst als „Drama & Bass Sound Orchester“ bezeichnend – überrascht mit einem tollen Album voller überraschenden Wendungen. Die 5 oft längeren Songs lassen anfangs nie erahnen, wohin die Reise geht. Der Titelsong z.B. mit seinem vertrackten Rhythmus entwickelt sich zu einer melodiösen Tour de Force – nicht nur hier passt der gewöhnungsbedürftige Ösi-Akzent wie die Faust aufs Auge. „Bist vom Schnee ganz blind“ wird mantraartig wiederholt, während die Gitarre Black-Hole-Sun mäßig psychedelisch klingelt, Bass und Drums stoisch den  Rhythmus steigern – und am Ende nach einem kleinen Bassintermezzo geht’s mit Stoner-Tempo ins Finale.  Erinnert der Anfang des Instrumentals „S’weda“ noch an das Intro von „Wasting My Hate“ von Metallica, wird ganz schnell die Richtung gewechselt und ein Red Hot Chili Peppers mäßiger Basslauf übernimmt, bevor dann wieder eine Bratgitarre reinschlägt. Dynamische Wechsel zwischen den Parts, mit tollen Bassläufen. Tempowechsel auch in „Phantomschmerz“, in dem nach einer Minute urplötzlich ein Black Sabbath-Riff auftaucht.  Und zum Schluss des recht kurzen, aber immer kurzweiligen Albums dann mit „Liab“ der traurig-melancholische Zeitlupen-Abgesang, den ein Robin Proper Sheppard mit Sophia so auch gern hinzaubert – während David Gilmour-artige Gitarren ein leichtes Floyd-Feeling aufkommen lassen. So klingt moderne Rockmusik – zwischen Stoner-Anleihen, Metal und Psychedelia, innovativ, sehr atmosphärisch, mit überragenden Drums und exquisiter Bassarbeit! Hat sich der Ausflug nach Malle doch gelohnt, wo die 3 das Album dank eines befreundeten Tontechnikers aufnehmen konnten. Felix Austria!

Anspieltipp: „Liab“

4/5

Martin Hannig

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