SKILLET – RISE (Warner)

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Diese Band, wenn auch in einem differenten Line-up, gibt es doch tatsächlich schon seit 1996 und das vorige Album „Awake“ landete in den US-Albumcharts auf Platz 2. Und dennoch hatte ich noch nie von diesem Quartett gehört. Seitens SKILLET soll sich das ändern, indem man am Ende des Jahres mit SHINEDOWN in Deutschland auf Tour geht. SKILLET, bestehend aus zwei Männern und zwei Frauen, kommen aus der Sparte Christian Rock mit Industrial-Einflüssen und haben wie diverse andere US-Bands mit harten Gitarren ihren Aufstieg vor allem der WWE zu verdanken, sodass natürlich auch Parallelen zum Nu Metal und Bands wie POD erkennbar sind. Den aktuellen Musikstil hätte man vor 10 – 15 Jahren definitiv auch Nu Metal genannt und bereits beim Opener „Rise“ merkt man, wohin die Reise geht. Das ist US-Metal-Rock, der auf Radiotauglichkeit und Kommerz getrimmt ist. (Tatsächlich könnten fast die Hälfte der Songs im Radio laufen.) Skillet gehen stark in die Richting Papa Roach, Device und teilweise auch Evensecence und Trapt, nur dass das Keyboard und moderne synthetische Sounds noch eine recht große Rolle spielen, also wie beim letzten Papa Roach-Album. Und genau dieses Keyboard bildet für mich den schmalen Grat zwischen guter Rockmusik und nervigen „Nebengeräuschen“ wie zum Beispiel bei „Good to be alive“, einem positiven und stimmungsvollen Autofahrsong, der eine viel größere Wirkung ohne diese Keyboards gehabt hätte. Weniger ist ja oft auch mehr! Nun denn, bei einer Majorproduktion muss man selbstverständlich nicht über den Sound reden … alles ist fett und perfekt, allerdings auch alles sehr glatt und vorhersehbar, sodass mir beim einmaligen kompletten Durchhören langweilig wurde. Der Hörer muss nun selbst entscheiden. Mit dem entscheidenen Push wird dieses Album zumindest in den Staaten an die Erfolge des Vorgängers anknüpfen können, denn „Rise“ ist massenkompatibel und poppig … und dann hör ich doch auch lieber SKILLET im Radio als sonstigen Pop-Drist. Wer allerdings Überraschungen und Wagnisse in der Musik erwartet, ist hier gänzlich fehl am Platze, denn diese gibt es nicht und sollte es mit Blick auf die Chartplatziereung wohl auch nicht geben. Und somit ergibt sich ein großer Unterschied zwischen subjektiver und objektiver Bewertung. Ich bleibe da mal in der Mitte, denn „Rise“ ist solide und jeder einzelne Track ist auch gut mit einigen kleineren Highlights, aber insgesamt dann doch zu gefällig und irgendwie austauschbar. Andererseits, was die Austauschbarkeit betrifft, muss man natürlich anerkennen, dass SKILLET mit kontinuierlicher Arbeit den Aufstieg geschafft haben und das verdient natürlich schon Respekt.

3/5

Dennis Rowehl